Schlechte Nachrichten habe er, sagt Bürgermeister Lothar Bretterbauer (CDU) zu den Stadtverordneten in der jüngsten Sitzung. Die Kommunalaufsicht habe den Lübbener Haushalt nur mit einer Auflage bewilligt. Die Stadt darf einen Kredit von lediglich rund 540 000 Euro aufnehmen. Für den Hortanbau an der 2. Grundschule war mit einem Ein-Million-Kredit kalkuliert worden. Der Stadt fehlen jetzt etwa 500 000 Euro.

Der Hortanbau werde umgesetzt, sagt Bretterbauer. Kämmerer Lutz Gottheiner ergänzt: "Da steht die Stadt in der Pflicht. Wir müssen jetzt an anderen Stellen nach Einsparpotenzialen suchen." Möglich sei, dass das Geld für Investitionen in anderen Bereichen, wie dem Abwasser, umgeschichtet werde. Über höhere Gebühren für Gräber, in der Stadtbibliothek oder weniger Zuschüsse für Vereine sei nachzudenken. "Mein Ziel ist es, endlich die Fremdenverkehrsabgabe einzuführen", sagt Gottheiner.

"Lübben hat genug Rücklagen und braucht den Millionen-Kredit nicht", begründet Vizelandrat Carl-Heinz Klinkmüller (CDU) die Entscheidung der Kommunalaufsicht. Im Landkreis Dahme-Spreewald habe es mehrere Fälle gegeben, wo den Kommunen beantragte Kredite nicht in vollem Umfang gewährt wurden.

Bürgermeister Bretterbauer sagt, er habe zwar mit Einschränkungen durch die Kommunalaufsicht gerechnet, aber nicht mit so drastischen "Das ist ein Hinweis, dass wir darüber nachdenken müssen, wie wir in Zukunft haushalten." Man könne sich nicht mehr alles leisten. Kämmerer Gottheiner weist auch darauf hin, dass beim Ausbau der Treppendorfer Feuerwehr eventuell gespart werden müsse.

Magenschmerzen bereitet Lutz Gottheiner auch der Tarifabschluss im öffentlichen Dienst. Der kostet Lübben in diesem Jahr zusätzlich rund 200 000 Euro. Damit bezahlt die Stadt etwa 6,6 Millionen an ihr Personal. Für das Jahr 2013 habe er die Mehrkosten noch nicht berechnet. Stellen würden nicht gestrichen, sagt Gottheiner.

Der Lübbener Haushalt ist noch nicht rechtskräftig. Die Stadtverordneten müssen der durch die Kommunalaufsicht geänderten Version noch zustimmen.