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| 01:24 Uhr

Spannende Exkursion durch die Kirchen am Schwielochsee

Spannende Geschichten und historische Fakten hielt der einstige Zaucher Pfarrer Hartmut Kaestner bereit. Foto: bkh1
Spannende Geschichten und historische Fakten hielt der einstige Zaucher Pfarrer Hartmut Kaestner bereit. Foto: bkh1 FOTO: bkh1
Lieberose. Eine aufschlussreiche kulturgeschichtliche Reise durch die Jahrhunderte haben die Besucher der „Ersten Spreewälder Kirchennacht“ im Amt Lieberose/Oberspreewald am Freitagabend erlebt. Touristiker und Kirchengemeinden luden in vier Kirchen zur historischen Entdeckungsreise ein. bkh1

Trotz des wenig einladenden Wetters fuhren rund 60 Teilnehmer mit dem Busshuttle von Kirche zu Kirche. An der ersten Station, der Wehrkirche in Zaue, erlebten sie Einblicke in die Kirchengeschichte. Hartmut Kaestner, der über 37 Jahre in der Gemeinde als Pfarrer wirkte, überzeugte mit fundierten Erläuterungen. Kleine Episoden aus der jüngeren und selbst erlebten Geschichte des im 13. Jahrhundert errichteten Gotteshauses bereicherten die historischen Fakten.

Dass die Zauer Kirchengemeinde die Rückkehr ihrer Marienglocke dem einstigen Lehrer Ernst Unger zu verdanken hat, ließ er die Besucher gleichfalls wissen. Als sie vor dem Zweiten Weltkrieg zum großen Kirchenfriedhof nach Hamburg abgegeben werden musste, habe dieser darauf geschrieben: “Eigentum der Kirchengemeinde Zaue/Spreewald„. “So konnte sie nach dem Krieg wieder von ihm zurückgeholt werden„, so der Pfarrer im Ruhestand.

Auch die zwei Glocken der Stadtkirche von Lieberose seien nach dem Zweiten Weltkrieg von diesem “großen Glockenfriedhof in Hamburg wieder zurückgekommen„, informierte Pfarrer Friedrich Detlef Plasan. Die Stadtkirche selbst sei jedoch nach der Zerstörung des Daches in den letzten Kriegstagen 1945 dem Verfall preisgegeben worden.

Auch die Straupitzer Schinkelkirche gehörte während der Kirchennacht zu den Stationen. Hier konnten die Besucher wahlweise bei stimmungsvollem Kerzenlicht den ausführlichen Erläuterungen von Karl-Heinz Müller lauschen, untermalt vom Posaunenchor und Orgelklängen.

Oder sie begaben sich mit Rainer Brost hinter die Kulissen. 157 Stufen führte die Treppe hinauf in einen der Türme, aus dem die Sicht auf die Umgebung aufgrund des Regens jedoch sehr eingeschränkt war. Beeindruckend waren die Ausmaße der Orgel, die zwei großen Blasebälge und der Blick auf den Kirchenboden. Die Balken der Dachkonstruktion seien im 17. Jahrhundert gefertigt worden. Interessante Details über die Kirchenglocken erfuhren die Besucher auch hier im vor drei Jahren erneuerten Glockenstuhl.

Den Abschluss der Kirchennacht bildete die Exkursion in die Geschichte der Kirche von Neu Zauche.

“Die Kirchennacht ist eine gute Idee„, resümierte Hermann Diestelkamp aus dem Trebatscher Ortsteil Sawall. Die gute Resonanz ermutige, der ersten Kirchennacht im nächsten Jahr eine weitere folgen zu lassen, so Heiko Jahn, Geschäftsführer der Tourismus-Entwicklungsgesellschaft Lieberose/Oberspreewald. bkh1