Insgesamt gibt der Landkreis für die Förderung der sorbischen Kultur und des Brauchtums jährlich 7500 Euro aus. Ein Tatbestand, der dem Jahresbericht der Europäischen Charta der Regional- oder Minderheitensprachen entspricht.
Das Land Brandenburg hatte für die niedersorbische Sprache 40 Bestimmungen aus dieser Charta als relevant anerkannt und will 18 davon (Bildung, Medien, Vorschulerziehung und andere) umsetzen.
Im Landkreis gehören fünf Dörfer (Briesensee, Groß Leine, Straupitz, Byhleguhre, Byhlen) zum gesetzlich angekannten Siedlungsgebiet der Sorben/Wenden. „Wir liebäugeln damit, dass auch Lübben ins Sorbengebiet eingeordnet wird“ , so Kulturdezernentin Sylvia Lehmann. Immerhin gebe es hier Menschen, die engagiert niedersorbisches Brauchtum und Sprache pflegen. Doch dazu müsste das Sorbengesetz verändert werden. Dies sei noch nicht gelungen.
Eine Gesetzesänderung hat praktische Auswirkungen. Es geht unter anderem um den Unterricht in sorbischer Sprache. Im Rahmen der Kreisschulentwicklungsplanung wurde der Schulstandort Straupitz wegen seines auf die sorbische Sprache bezogenen Unterrichtsangebotes für den Erhalt favorisiert. Das Angebot soll weiter entwickelt werden, mit dem staatlichen Schulamt muss die Lehrerfortbildung geklärt werden. Doch der Schulstandort der Sekundarstufe ist in Straupitz gefährdet. „Sollte dieser nicht erhalten bleiben, dann wollen wir in Lübben Sorbisch unterrichten“ , so Lehmann.
Erfolgreich laufe das „Witaj-Projekt“ des Amtes Oberspreewald, wo Kita-Kinder in Neu Zauche die sorbische Sprache in spielerischer Weise erlernen. Das Projekt sollte über die Förderrichtlinie des Amtes für Schulverwaltung und Kultur auch künftig weitergeführt und unterstützt werden. Vorgesehen ist die spezielle Beschilderung von Einrichtungen wie Kitas und Schulen, die die sorbische Sprache und das Brauchtum pflegen.
Durch die Kreisvolksschule soll ein Kursangebot zur sorbischen Sprache und durch die Kreismusikschule die Vermittlung des sorbischen Liedgutes geprüft werden. „Der Chor in Lübben beschäftigt sich ja schon mit sorbischem Liedgut. Es wurde außerdem ein sorbischer Dudelsack angeschafft und steht für die spezielle Ausbildung zur Verfügung“ , so Sylvia Lehmann.
Trotz aller Erfolge könnten sich mehr Vereine des sorbischen Brauchtums annehmen. Die Behörde sei mit dem Lübbener Stadtfernsehen im Gespräch, damit ein Block in Sorbisch ausgestrahlt werde. (usch)