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| 01:29 Uhr

Sorben wollen in den Spree-Neiße-Kreistag

Forst/Burg.. Ein Mitglied der Wendischen Volkspartei Serbska Ludowa Strona (SLS) und zwei Symphatisanten der Partei wollen zur Kommunalwahl am 28.

September auf der Liste der Bürgerinitiative „Bürger für die Lausitz - Klinger Runde“ für den Kreistag Spree-Neiße antreten. Außerdem bewerbe sich der 49-jährige sorbische Grundschullehrer Uwe Gutschmidt auf einer Liste der SLS in Burg als Kandidat. Dies kündigte Parteichef Hannes Kell an.
Geplant sei gewesen, in Cottbus SLS-Geschäftsführer Henry Matusch ins Rennen zu schicken. Um die Kandidaten zu konzentrieren, habe sich die Partei dann jedoch entschlos sen, Matusch ebenfalls im
Spree-Neiße-Kreis antreten zu lassen.
Die Klinger Runde verfolge zum Teil ähnliche Ziele wie die SLS, erklärte Matusch die Kooperation. Als Beispiel nannte er das Nein zur geplanten Abbaggerung weiterer Dörfer in der Lausitz.
Neben Matusch, der im Wahlkreis Döbern-Land antrete, werden laut Kell noch Uwe Gutschmidt im Wahlkreis Burg und Steffen Gross, Dozent für Kultur und Technik an der Brandenburgischen Technischen Universität (BTU), im Wahlkreis Spremberg um Stimmen kämpfen. Gross und Gutschmied seien keine Mitglieder der SLS, sympathisierten jedoch mit ihr.
Die SLS habe ihre Kandidaten beim Kreiswahlleiter in Forst angemeldet, sagte Henry Matusch weiter. Zuvor hatte der Landeswahlleiter in Potsdam die SLS nicht als Minderheitenpartei anerkannt. Dazu sei das Gebiet der Minderheit nicht genau genug beschrieben, gab Matusch die Bedenken aus der Landeshauptstadt wieder. Außerdem sei der Wille der Partei, am öffentlichen Leben teilhaben zu wollen, nicht deutlich genug.
Ein Widerspruch der SLS sei bereits auf den Weg gebracht, so der Geschäftsführer. Dass seine Partei nicht zur Kommunalwahl zugelassen werden könnte, hält Matusch jedoch für ausgeschlossen.
Auf lange Sicht verfolge die SLS das Ziel einer eigenen parlamentarischen Vertretung der Sorben im brandenburgischen Landtag, sagte Matusch. Außerdem stehe die Partei für einen neuen Landkreis Niederlausitz, in dem die Wenden/Sorben sich selbst verwalten und Steuern einziehen könnten, um damit eigene Vorstellungen in Kultur und Bildung zu realisieren. (dpr)