Um zu wissen, ob es sich lohnt, sein Vorhaben auf den Weg zu bringen, wollte er zuvor ein Votum der Gemeindevertretung. Mit vier Ja-Stimmen, zwei Nein-Stimmen sowie zwei Enthaltungen war das Gremium uneins.

Was der Investor mit dem Votum der Gemeindevertretung macht, bleibt ihm überlassen. Das Gremium fasste ohnehin keinen Beschluss, sondern positionierte sich lediglich zu dem Vorhaben. "Der Investor will nichts gegen die Gemeinde machen", erklärt Roland Gefreiter.

Schönwalds Bürgermeister hatte das Vorhaben während der Gemeindevertretersitzung zu Wochenbeginn am öffentlich gemacht. Demnach soll der Solarpark auf einer kontaminierten Fläche an der Rollbahn in Richtung Brand in Nachbarschaft von Tropical Islands entstehen.

Das Areal war bis zur Wende militärisches Sperrgebiet und wurde von den russischen Streitkräften als Militärflughafen genutzt. Entsprechend verunreinigt und belastet ist die Fläche. Wie der Bürgermeister erklärt, gibt es dort zahlreiche Objekte mit Asbest, zudem eine zugeschüttete Tankstelle und einen Atom-Bunker.

Der Investor müsste die Fläche beräumen, die alten Gebäude abreißen, auch den Beton der früheren Start-und Landebahn rausbrechen und beseitigen wie Doris Paetsch vom Bauamt des Amts Unterspreewald sagt. "Besser bekommen wie die Altlasten dort nicht weg", argumentiert Roland Gefreiter.

Die Fläche liegt im Stadtwald Luckau, der von der Stadt schon vor Jahren an einen anderen Investor verkauft worden sei - außer der Verkehrsfläche mit dem Atom-Bunker. Für diese Fläche besitze der Käufer ein Vorkaufsrecht. Schönwalds Bürgermeister zufolge müsse er das Areal bis Ende 2014 von den Altlasten befreien. Gelinge das nicht, wovon das Gemeindeoberhaupt ausgehe, könne der Solarpark-Investor die Fläche kaufen. Er muss dann einen Bebauungsplan (B-Plan) aufstellen, wie Doris Paetsch sagt. In diesem Plan könne die Gemeinde ihre Wünsche und Vorstellungen zur Gestaltung des Gebiets äußern und Festlegungen treffen. Zudem seien Träger öffentlicher Belange (TöB) beteiligt. Gemeindevertreter Guido Mietke befürchtet beispielsweise, dass für den Solarpark "mindestens ein Drittel Wald beseitigt werden muss". Auch ein von Radlern genutzter Weg könnte betroffen sein.

Mit dem Grundsatz-Votum von Montagabend hat sich die Gemeinde Schönwald an nichts gebunden, wie der Gemeindevertreter Benjamin Raschke sagt. Der Investor des Solarparks soll zur nächsten Gemeindevertretersitzung eingeladen werden.