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Ehrung für Pflegeberufe
"Sie geben der Pflege ein Gesicht"

Hans-Peter Nowigk (Märkische Heide), Steffi Wusowski (Lübben), Wolfgang Grunert (Kreisseniorenbeirat), Hella Frick (Königs Wusterhausen), Christa Tippel (Amt Schenkenländchen), das Team des Pflegeheimes "Wilhelm Busch" und Dr. Marianne Vahlpahl (Königs Wusterhausen, v.l.n.r.) wurden für ihren Einsatz in der Pflege unter anderem von LDS-Sozialdezernent Carsten Saß (hintere Reihe Mitte) geehrt.
Hans-Peter Nowigk (Märkische Heide), Steffi Wusowski (Lübben), Wolfgang Grunert (Kreisseniorenbeirat), Hella Frick (Königs Wusterhausen), Christa Tippel (Amt Schenkenländchen), das Team des Pflegeheimes "Wilhelm Busch" und Dr. Marianne Vahlpahl (Königs Wusterhausen, v.l.n.r.) wurden für ihren Einsatz in der Pflege unter anderem von LDS-Sozialdezernent Carsten Saß (hintere Reihe Mitte) geehrt. FOTO: LDS-Pressestelle
Lübben. Warmherzig und sehr würdevoll sind am Mittwochvormittag besonders engagierte Pflegerinnen und Pfleger von Landrat Stephan Loge (SPD), Sozialdezernent Carsten Saß (CDU) und Kreisseniorenbeiratsvorsitzendem Wolfgang Grunert geehrt worden. Die Geschichten der mit Blumen, Ansprache und Vorträgen geehrten Dahme-Spreewälder zeigen die gesamte Bandbreite und die enormen Anforderungen der Arbeit in der Pflege auf. Ingvil Schirling

Aus dem Süden des Landkreises wurde beispielsweise Steffi Wusowski aus Lübben nach vorn gebeten. Die 65-jährige ehemalige Krankenschwester arbeitet seit fast sieben Jahren ununterbrochen im Helferkreis mit und betreut vor allem Demenzkranke. Hans-Peter Nowigk erhielt ebenfalls einen Blumenstrauß und einen ernst gemeinten Händedruck. Der 75-Jährige aus der Gemeinde Märkische Heide begleitet seine schwerkranke Frau seit 13 Jahren im evangelischen Seniorenzentrum, kommt zweimal täglich mindestens, hilft mit und motiviert mit seiner guten Laune, heißt es in der Begründung. Aus Schulzendorf kam gleich ein ganzes Leitungsteam nach vorn. Die Mitarbeiter um Chefin Babett Britz arbeiten gut zusammen, tragen so dazu bei, dass sich neue Bewohner schnell wohlfühlen und organisieren "nebenbei" Veranstaltungen mit Schülern, Kitas und Vereinen.

"Sie alle geben der Pflege ein Gesicht und sorgen dafür, dass die Betroffenen in Würde und Geborgenheit leben können", unterstrich Landrat Stephan Loge. Dass auch er in Sachen Pflege nicht ganz sorgenfrei in die Zukunft blickt und diese Situation mit vielen jüngeren Menschen teilt, machte er gleich zu Beginn seiner Rede deutlich. Seine eigenen Eltern, beide über 80 Jahre alt, seien - wiewohl getrennt lebend - noch immer fit, er an einem, sie an einem anderen Ort in Sachsen. Was passiert, wenn die Eltern oder Angehörige nicht gleich um die Ecke wohnen und Unterstützung oder Pflege brauchen - eine Frage, die viele eint. Auch dass Ruhestand größtenteils "nichts mehr mit Ruhe zu tun hat", wie Seniorenbeauftragter Wolfgang Grunert ausführte, sondern dass es viele "fitte Senioren gibt, die sich jünger fühlen als sie sind", gehört zur Veränderung in der Gesellschaft. "Wir wollen aber nicht über die Schattenseiten des Alterns hinwegsehen", warnte er, wiewohl "wir darüber am liebsten gar nicht nachdenken würden. Pflege ist kein Thema, mit dem man sich gern auseinandersetzt, wenn man nicht selbst betroffen ist." Und doch könne es schleichend, aber auch sehr plötzlich dazu kommen.

So war der Vormittag einer breiten Palette von Aspekten in der Pflege gewidmet: den persönlichen Leistungen, die die Pflegenden oft bis an ihre Grenzen testen. Speziell für sie, als Ausdruck der Wertschätzung, die die Kreisverwaltung dieser anspruchs- und verantwortungsvollen Arbeit entgegenbringt, fand die Ehrung im frisch sanierten Kreistagssaal statt mit seinen hohen Säulen über dem roten Teppich. Die sanften Klarinetten- und Saxofonklänge des Kreismusikschullehrers Carsten Mickein umrahmten die Veranstaltung.

Über den Vormittag hinweg erfuhren sie aber auch von vielen anderen Aspekten der Pflege im Landkreis. Viola Pavlik stellte den Lübbener Pflegestützpunkt vor. Dr. Marianne Vahlpahl aus Königs Wusterhausen berichtete als ehrenamtliche Helferin eines ambulanten Palliativ- und Hospizdienstes. Frau Noack vom DRK Fläming-Spreewald, Fachbereich Demenz, aus Luckau nannte Beispiele von möglichen Kooperationsprojekten. Mit einem Kurzfilm hielt das Königs Wusterhausener Tanzcafé für Menschen mit Demenz und ihre Angehörigen im Kreistagssaal vorübergehend Einzug.

So entstand vor den Augen der Gäste auch das Spektrum der Leistungen und Angebote, die rund um die Pflege existieren. Darauf hob auch Landrat Stephan Loge in seiner Rede ab. Viel getan habe sich auch im Bereich der stationären Pflegeeinrichtungen. Die breite Palette mit mobilen Angeboten sei ebenso wie das weit gefächerte Beratungssystem schon zur Selbstverständlichkeit geworden. "Im gesamten Landkreis werden inzwischen 18 Tagespflegen angeboten", sagte er. Neu hinzugekommen ist jüngst eine Nachtpflege mit sechs Plätzen in Luckau. Wohngruppen und zubuchbare Leistungen werden ebenso immer häufiger.

Doch ohne die Menschen wäre das alles nichts. "Ich finde es wahnsinnig bewundernswert", sagte Kreisseniorenbeauftragter Wolfgang Grunert. Pflege bedeute "den Einsatz der ganzen Persönlichkeit und sehr viel Fachwissen. Den Menschen Sicherheit und Geborgenheit zu vermitteln, ist keine leichte Aufgabe." Auch Landrat Stephan Loge zollte ihnen "größten Respekt".