Eingeleitet wurde sie vom neuen Dezernenten für Bildung und Soziales, Carsten Saß.
Die Bedeutung des Kindeswohls erläuterte in seinem Einführungsreferat Dr. Jörg Maiwald, der Geschäftsführer der Deutschen Liga für das Kind, heißt es in einer Pressemitteilung des Landratsamtes. Was Kindeswohl bedeute, sähen Eltern, Geschwister, Juristen, Mediziner, Psychologen, Pädagogen und Sozialarbeiter jeweils anders. Eine eindeutige Definition für diesen Begriff gebe es nicht. Wichtig sei, dass alle Handlungen am Wohl des Kindes ausgerichtet seien, sagte Maiwald.
Zu den grundlegenden Bedürfnissen von Kindern zählte Maiwald den Austausch von Gefühlen, körperliche Sicherheit, das Akzeptieren von Eigenarten sowie entwicklungsgerechte Erfahrungen. Kindern brauchten einerseits Freiräume, andererseits erzieherisch gesetzte Grenzen. Kinder suchten Anerkennung, stabile Gemeinschaften und erwarteten Perspektiven.
In sechs Arbeitsgruppen wurden dann von den Teilnehmern Verantwortung und Handlungsweisen bei Kindesmisshandlungen, Vernachlässigungen und Entwicklungsstörungen diskutiert. Übereinstimmend kam man zu dem Schluss, dass es weit reichende Netzwerke zwischen Kinder- und Bildungseinrichtungen sowie den Behörden geben müsse. Nur so sei schnelles und richtiges Reagieren möglich.
Aufgeworfen wurde die Fragen, wer in welcher Situation der richtige Ansprechpartner sei und welche Informationen weitergeleitet werden dürften. In diesem Zusammenhang sagte der Direktor des Amtsgerichts Königs Wusterhausen, der Richter Hans-Joachim Pauckstadt, dass das Wohl des Kindes immer Vorrang vor dem Datenschutz habe. Die Polizei räumt der Präventivarbeit großen Stellenwert ein. Die Jugend- und Sozialarbeiter bedauerten, dass viele Eltern noch zu große Schwellenängste vor den zuständigen Behörden hätten.
Ein Ergebnis dieser Fachtagung soll es sein, heißt es in der Pressemitteilung des Landkreises, dass es zu Netzwerken und besseren Kooperationen im Landkreis komme.
Erste Erkenntnisse werde man beim Kreis aufgreifen, so Carsten Saß. So könnten die Verbindungen zwischen Kliniken und Jugendsozialarbeiter noch verbessert werden. Gute Ansätze gebe es im Oberspreewald-Lausitz-Kreis.
Auch in der Abstimmung zwischen Beteiligten bedürfe es dringend einer Verbesserung. Der Landkreis wolle jetzt ein Tableau nicht nur mit wesentlichen Adressen zusammenstellen. Zusätzlich sollten auch Angaben über Zuständigkeiten zu der jeweiligen Adresse aufgelistet sein, sagte Saß. Allen Teilnehmern der Fachtagung aus dem Kreis werde das Ergebnis zur Verfügung gestellt. Es könne sich niemand erlauben, so der Beigeordnete, „gerade in Krisenfällen einen halben Tag zu vertelefonieren“ . In der Tagung sei an einem konkreten Beispiel geschildert worden, wie jemand fast an den Zuständigkeiten gescheitert sei. (red/km)