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Sertürner Apotheke im Umbau

Der Eingangsbereich der Sertürner-Apotheke von der Schillerstraße aus wird deutlich vergrößert. Dies sowie eine Akustik-Decke sollen dafür sorgen, dass die Kunden mehr Privatsphäre bekommen.
Der Eingangsbereich der Sertürner-Apotheke von der Schillerstraße aus wird deutlich vergrößert. Dies sowie eine Akustik-Decke sollen dafür sorgen, dass die Kunden mehr Privatsphäre bekommen. FOTO: Ingvil Schirling
Lübben. 1963 wurde das Gebäude der heutigen Sertürner-Apotheke an der Schillerstraße in Lübben erreichtet. 1977 lernte Klaus Büttner sie kennen, 1990 übernahm er sie. Ingvil Schirling

Vor einigen Jahren übergab der bekannte Lübbener Apotheker das Haus an seinen Sohn Wolfgang - um nun von anderer Seite wieder mit anzupacken: als Bauleiter. Das Gebäude wird in zwei Schritten saniert. Die architektonische Leitung hat der Lübbener Marco Docter übernommen, die Ausführung ging an Firmen aus der Region.

Wo sich sonst die großen Glastüren öffnen und schließen, stehen derzeit Handwerker auf der Leiter und arbeiten am neuen Eingangsbereich von der Schillerstraße aus. Am provisorischen Eingang von der Hofseite aus steht Karin Stobernack, nimmt Rezepte und Kundenwünsche entgegen. In ihrem Rücken, hinter dunkel getöntem Glas, arbeitet bereits eines von zwei technischen Herzstücken der Komplettsanierung: Die neue Kommissioniermaschine. Wenn die Apothekerin das gewünschte Medikament in die Computerkasse eingibt, fährt in dem dunklen Gehäuse ein langer Greifarm die Regale entlang, entnimmt die gewünschte Packung und lässt sie in eines von mehreren Fächern fallen. Die Mitarbeiterin braucht nur noch wenige Schritte zu gehen, um die Packung zum Kunden und Patienten zu bringen. Die neue Kommissioniermaschine erledigt das, was früher aus mehreren Schubladen herausgesucht werden musste, auf einem Raum von 3,20 auf 2,20 Metern, und kann bis zu 15 000 Arzneimittelpackungen fassen.

Damit bleiben den Mitarbeitern die bisherigen langen Wege erspart, erklärt Wolfgang Büttner. So soll sich mehr Zeit für Beratungsgespräche ergeben.

Das zweite Herzstück des Umbaus wird demnächst unter Putz und Verkleidung verschwinden. 2,5 Kilometer Daten- und andere Leitungen hat Elektro Mogschan neu verlegt. "Die gesamt Einrichtung stammte von vor 25 Jahren", sagt Klaus Büttner. Die neuen Anforderungen an Elektronik und elektronischen Datenverkehr sind heutzutage ganz andere als früher. Telefon- und Computernetzwerk wurden damit komplett neu installiert. Überall gibt es künftig auch eine Klimaanlage - außer im Büro vom Chef. Der Grund ist einfach: Wolfgang Büttner mag keine Klimaanlagen.

Die Investitionskosten sind sechsstellig und umfassen auch Akustikdecken im deutlich vergrößerten Empfangsbereich, wovon sich die Apotheker insgesamt mehr Privatsphäre für die Kunden versprechen. Begonnen wurde mit den Arbeiten im Juni, abgeschlossen werden soll das Vorhaben um den 11. September herum. Überraschungen gab es übrigens auch: Unter einer Schicht Fliesen entdeckten Bauarbeitern unversehens - noch eine Schicht Fliesen. Ergebnis: Die Differenz musste mit einer dicken Schicht Estrich aufgefüllt werden. "Das hat uns eine Woche gekostet", sagt Wolfgang Büttner. Die offizielle Eröffnung ist dennoch für den 14. September geplant.

Den Notdienst von heute, 18 Uhr bis Samstag, 8 Uhr übernimmt die Brücken-Apotheke in Lübben.