In Straupitz tut sich am Samstag, 29. Februar, eine einmalige Chance auf. Bürgermeister André Urspruch lädt Freiwillige ein, wieder im Schlosspark mitzuarbeiten. Mit Astschere, Spaten, Motorsäge sollen an diesem Tag Bäume gefällt, Wildwuchs entfernt und Sturmschäden beseitigt werden. Die unter der Leitung von Raik Ludwig gegründete Park-AG hat bereits festgelegt, welche Arbeiten in diesem Jahr erledigt werden sollen.

Ziel sei es, das Typische des vor über 100 Jahren angelegten Parks sichtbarer zu machen, so Urspruch. Den Anstoß dazu gab vor fünf Jahren das Parkseminar. Basierend auf der Bachelorarbeit von Christoph Haase, der heute stellvertretender Parkleiter im Branitzer Pückler-Park ist, entstand ein Konzept für den gesamten Schlosspark. 1905 legte der damalige Eigentümer Christoph-Heinrich Ernst Graf von Houwald den Landschaftspark auf einer 14 Hektar großen Fläche an. Auch die durch Fließe verbundenen fünf Teiche ließ er von Hand graben. Sie und allein stehende Bäume und Baumgruppen prägen den Park bis heute.

Seit 2015 läuft die Sanierung des Straupitzer Schlossparks

Doch die Natur entwickelt sich weiter, erklärt Bürgermeister Urspruch. Zwar gab es in den 80er und 90er Jahren jeweils einen Einsatz im Park, aber davon sei schon zehn Jahre später nichts mehr zu sehen gewesen. Mit dem Konzept als Grundlage und in Abstimmung mit der Unteren Naturschutzbehörde und der Denkmalpflege wurde 2015 mit der Parksanierung begonnen. „Beginnend am Schloss haben wird die Sanierung bis zum Sportplatz vorangetrieben. Damit ist nicht ganz die Hälfte geschafft“, sagt André Urspruch.

Parksanierung bedeutet, nicht nur Wildwuchs beseitigen und umgestürzte Bäume oder trockene Äste absägen. „Entfernt werde aber nur, was den Eindruck des Parks stört, so der Bürgermeister. Auf diese Weise treten die Sichtachsen zur Kirche und zum Schloss oder in den Spreewald zur Florentinen Eiche sowie nach Burg wieder deutlicher hervor. Erstmals wurden im Herbst vergangenen Jahres auch zwei neue Bäume gepflanzt: eine asiatische Breitstielesche und ein amerikanischer Schlangenhautahorn. Spendiert hat sie der Branitzer Baumschulgärtner Holger Terno, der auch bei der Auswahl des Standplatzes half. Damit setzt die Parksanierung fort, was auch Houwald bei der Anlage des Schlossparks bereits tat: die Integration ausländischer Pflanzen in die hiesige Flora.

Biber bereitet Sorgen im Schlosspark

Echte Sorgen bereitet der Park-AG aber der Biber. Große in der Nähe der Teiche und Fließe stehende Bäume werden angefressen und müssen gefällt werden, so André Urspruch. Er geht davon aus, dass im Schlosspark eine Biberfamilie lebt. Umgeben von Wiesen konzentrieren sich die Tiere im Park und zerstören dadurch die gewollte Kulturlandschaft. „Eine Umsiedlung sei mit 5000 Euro für die Gemeinde nicht bezahlbar“, sagt Urspruch. Zumal es Zweifel am Erfolg der Maßnahme gebe. Deshalb hat die Park-AG begonnen einzelne Bäume mit Biberschutzmatten vor der Nagetätigkeit der Tiere zu schützen. „Der Erfolg ist mäßig“, so Urspruch. Außerdem sei es nicht möglich, alle Bäume im Park mit dem Drahtgeflecht zu umgeben.

Entmutigen lassen wolle man sich davon nicht. Der Schlosspark ist wichtig für Straupitz und damit Erholungsuchende dort die Natur genießen können, gibt es den Schlossparkeinsatz. Es wird der Zehnte sein. Urspruch erwartet zwischen 30 und 40 Personen. Sie kommen aus Straupitz und Umgebung, aber auch aus Berlin, Bonn oder Cottbus. In sechs Stunden wollen sie in diesem Jahr die Grundsanierung wieder einen Schritt voranbringen.

Fakten zum Schlossparkeinsatz


Treff ist am Samstag, 29. Februar, 8.30 Uhr am Rastplatz im Park, Einfahrt durch die Schranke an der linken Seite, etwa 100 Meter hinter der Parkbrücke. Jeder kann dabei sein. Wer hat, sollte Astschere und -säge, Spaten, ein kleines Beil oder Freischneider mitbringen. Gebraucht werden auch Sägeführer für die Motorsäge. Darüber hinaus erhält die Park-AG technische und kulinarische Unterstützung von der Gemeinde und Unternehmen aus Straupitz und Umgebung. Gegen 14.30 Uhr soll der Arbeitseinsatz beendet sein.