Das war aber schon der einzige Lichtblick im gesamten Spiel. Den TSG-Spielern gelang es nie, sich entscheidend abzusetzen. Dafür hatte selbst Eberhard Schelletter keine Erklärung. Lübbenau erspielte sich Torszenen und vergab sie dann durch technische Fehler, Abspiele ins Nichts und unmotivierte Torwürfe.
Die groß gewachsene Truppe von TMBW II präsentierte sich kompakt. Über 9:10 (17. Minute), 11:12 (23.) und ein Time-Out in der 26. Minute ging es mit 12:16 in die Pause.
Nach dem Wechsel deutete die TSG an, wozu sie in der Lage ist. Die Lübbenauer erzielten jetzt Tore nach schnellen Angriffen, die Freude machten. Die Deckung machte aber alles wieder zunichte. Innerhalb von neun Minuten warf Lübbenau neun Tore. Der Gegner konterte aber immer wieder und traf siebenmal.
Durch das zweite helle Licht an diesem Tage, Christopher Perschk, erkämpfte sich Lübbenau in der 22. Spielminute ein 27:28. Doch die wenigsten TSGler nutzten derart engagiert und selbstbewusst wie er ihren Torinstinkt. Selbst die Routiniers schossen wiederholt „Böcke“ . Dass Konditionsdefizite Ursache dafür sein könnten, ließ sich nicht übersehen.
Christoph Wilde suchte im gesamten Spielverlauf seine Chance, aber die Dauermanndeckung zeigte bei ihm Spuren. In den letzten sechs Spielminuten liefen die Lübbenauer nur noch auf die Deckung zu, drehten sich um die eigene Achse und fanden keinen freien Mitspieler. Die zwei bis drei Torchancen landeten entweder neben dem Tor oder der TMBW-Keeper hielt. Die tadellose Bilanz gegen die Berliner (immer zu Hause gewonnen, letzte Saison sogar beide Spiele) ist nun befleckt. Die Leistung sollte zum Nachdenken Anlass sein. Dass im Angriff mal Christoph Wilde und mal Tino Kahl fehlt und dass Jens-Ulf Schulze, Andreas Rißka, Mirko Langer und Thomas Szymczyk wegen ihrer beruflichen Belastung nicht regelmäßig trainieren können, reicht als Entschuldigung nicht. Es scheint, als bekämen die Spieler den Kopf nicht frei. (hasi)
TSG Lübbenau spielte mit: Jens-Ulf Schulze, Steve Sangl, Christoph Wilde, Mirko Langer, Marco Schelletter, Rene Nolde, Rene Sewald, Sebastian Schultz, Marian Siebert, Christopher Perschk, Andre Krüger, Andreas Rißka, Thomas Szymczyk, Matthias Drannaschk. Trainer: Marco Siebert, Medizin: Silvias Krüger, Raik Baum, Frank Krüger.