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| 13:11 Uhr

Auszeichnungen, Schauvorführung, Ausstellung
Seit 120 Jahren zuverlässig

Schlange stehen für die Glückwünsche — Straupitz´ Ortswehrführer Andreas Hummel (2.v.li.) hatte zahlreiche Hände zu schütteln.
Schlange stehen für die Glückwünsche — Straupitz´ Ortswehrführer Andreas Hummel (2.v.li.) hatte zahlreiche Hände zu schütteln. FOTO: Andreas Staindl
Straupitz. Straupitzer Freiwillige Feuerwehr hatte am Wochenende guten Grund zu feiern. Von Andreas Staindl

Die Freiwillige Feuerwehr in Straupitz (Lieberose-Oberspreewald) ist ein zuverlässiger Partner. Sie setzt sich für den Brand-und Katastrophenschutz ein, engagiert sich zudem in der Gemeinde – und das schon seit weit mehr als hundert Jahren. Am Samstag feierte die Ortsfeuerwehr ihren 120. Geburtstag. Befreundete Wehren und zahlreiche Gäste haben mitgefeiert.

„Die Feuerwehr in Straupitz ist ein ganz wichtiger Partner für den Brand-und Katastrophenschutz in unserem Amt“, sagt der Amtsdirektor Bernd Boschan (parteilos). „Kameradinnen und Kameraden fühlen sich schon in der vierten oder sogar fünften Generation ihrer jeweiligen Familien für andere Bürger verantwortlich. Sie haben den festen Willen, die vorhandene Technik auch jederzeit einzusetzen und zu bedienen. Dafür kann man ihnen gar nicht genug danken.“

Etwa 80 Mitglieder zählt die Ortsfeuerwehr in Straupitz. „Sie leisten sehr gute Arbeit“, sagt der Amtswehrführer Frank Schulz. „Die Wehr in Straupitz gehört zu den Stützen in unserem Amt.“ Seit 2007 ist sie Stützpunktfeuerwehr. Mehr als 20 aktive Einsatzkräfte stehen zur Verfügung. Andere Mitglieder engagieren sich in der Alters-und Ehrenabteilung sowie Nachwuchsarbeit.

„Dass Bürger für die Gemeinschaft tätig sind, ist heute nicht mehr selbstverständlich“, sagt der stellvertretende Kreisbrandmeister Henry Strasen. „Die Kameradschaft hat die Feuerwehr in Straupitz über Generationen zusammengehalten. Der Ort verfügt aktuell über eine schlagkräftige Wehr, und auch die Tradition lebt weiter.“

Zwölf Ortswehrführer haben die Feuerwehr im Oberspreewalddorf bisher geführt. Theodor Duschka war der erste. Er stand von 1898 bis 1914 an der Spitze. Karl-Heinz Hoppe war am längsten Ortswehrführer – nämlich von 1955 bis 1991. Seit 2010 führt Andreas Hummel die Ortsfeuerwehr. Er tauchte für die Gäste der Geburtstagsfeier am Samstag in die Geschichte der Wehr ein. Demnach wurde sie am 6.Mai 1898 von 25 Mitgliedern des örtlichen Männer-Turnvereins gegründet. Schon wenige Wochen später hatte ihnen der Graf Ernst Otto von Houwald eine Handdruckspritze sowie einen Wasserwagen übergeben. Die Geschichte der Feuerwehr beginnt allerdings schon viel früher. 1784 habe es schon drei ehrenamtliche Feuerwehrmänner in Straupitz gegeben wie der Bürgermeister und Hobby-Chronist Andre´ Urspruch sagt. Aus dem gleichen Jahr stammt die alte Handdruckspritze, die noch immer funktionstüchtig und im Ort vorhanden ist. Am Samstag war sie neben weiterer historische Technik zu sehen.

„Die Feuerwehr ist also die älteste Vereinigung in unserem Ort“, sagt der Bürgermeister. Er würdigt deren Engagement: „Ich kann mich auf die Wehr verlassen. Sie ist zuverlässig und bei Festen in unserer Gemeinde immer zur Stelle.“ Christian Liebe übermittelte die Grüße des Kreisfeuerwehrverbands. Er verwies auf die gute Nachwuchsarbeit in der Ortsfeuerwehr in Straupitz: „Ohne junge Leute hätte die Feuerwehr keine Zukunft.“ Seit 1991 gibt es eine Jugendfeuerwehr im Ort. Zwischen zehn und 15 Mädchen und Jungen machen aktuell mit. Es lohnt sich, in den Nachwuchs zu investieren. Frühere Mitglieder der Jugendfeuerwehr engagieren sich inzwischen in der Ortswehrführung wie Frank Schulz sagt.

Am Samstag haben Feuerwehrleute und Gäste gemeinsam gefeiert. Nach dem festlichen Appell, den Ehrungen und Beförderungen folgte der Umzug der Teilnehmer durchs Dorf. Die Straße vor dem Gerätehaus wurde anschließend zur Festmeile mit Angeboten für die ganze Familie, Schauvorführungen sowie einer Ausstellung historischer und moderner Feuerwehrtechnik. Dass die Gastgeber es nicht nur verstehen zu feiern, sondern auch zu organisieren, haben sie erst vor einer Woche bewiesen. Da war Straupitz Gastgeber des diesjährigen Amtsausscheids der Freiwilligen Feuerwehren des Amts Lieberose/Oberspreewald und wurde jetzt erneut für die „perfekte Organisation“ vom  Amtsbrandmeister gelobt.