ANZEIGE
ANZEIGE
ANZEIGE
| 02:58 Uhr

Sehmsdorfs mit Medaille geehrt

Kreistagschefin Uta Tölpe (Mitte) gratuliert Johanna und Christoph Sehmsdorf zur Bundesverdienstmedaille.
Kreistagschefin Uta Tölpe (Mitte) gratuliert Johanna und Christoph Sehmsdorf zur Bundesverdienstmedaille. FOTO: Ingvil Schirling
Lübben. Bundespräsident Joachim Gauck hat dem Ehepaar Johanna und Christoph Sehmsdorf aus Schuhlen-Wiese die Verdienstmedaille des Bundesverdienstordens verliehen. Gewürdigt wird damit beider Einsatz in Kyela/Tansania. Ingvil Schirling

Sichtlich ergriffen stand Johanna Sehmsdorf ganz vorne im Kreistagssaal des Lübbener Landratsamtes. Wie ihr Mann Christoph Sehmsdorf war sie in Dunkelblau gekleidet. Am Arm von Kreistagsvorsitzender Uta Tölpe (SPD) erbebte sie, als Landrat Stephan Loge (SPD) vom Rednerpult aus die Begründung für die Auszeichnung für sie und ihren Mann verlas. Als Loge mit der Verdienstmedaille auf sie zutrat, war sie den Tränen nahe. Auch ihrem Mann Christoph war die Rührung anzusehen.

Im Namen des Ministerpräsidenten überreichte Loge die Medaille als erster Stufe der Bundesverdienstorden während der jüngsten Kreistagssitzung. Das Ehepaar Sehmsdorf, Jahrgang 1939 und 1940, lebte und arbeitete von 1974 bis 1987 in der Gemeinde der Bekenntniskirche in Berlin-Treptow. Schon dort sei das berufliche Engagement beider von den Gemeindemitgliedern als außerordentlich und überdurchschnittlich wahrgenommen worden, heißt es in der Begründung. Die "afrikanische Zeit" begann 1982 mit einem Studienaufenthalt Christoph Sehmsdorfs im Auftrag des Berliner Missionswerks. Schritt für Schritt sicherten die beiden in den folgenden Jahren die Basisernährung für Kinder, richteten einen Schulraum in der Kirche ein, schufen Schulmöglichkeiten und Kindergartenplätze. Seit 2009 kümmern sich beide vor allem auch um die älteren Dorfbewohner.

Christoph Sehmsdorf sagte, er verstehe die Medaille auch als "Dank für alle, die dahintergestanden und uns Mut gemacht haben." Die evangelische Grundschule in Lübben zählte er ebenso auf wie private Spender oder Sternsinger aus der Nähe von Leipzig. Von dem, was in Afrika entstand, sei "nichts geplant, nichts gewollt und nichts gedacht" gewesen. "Das hat uns Gott der Herr vor die Füße gelegt." Als Beispiel erzählte er, wie seine Frau die ersten Kontakte zu den Dorfbewohnern knüpfte. Da sie nicht arbeiten durfte, ging sie von Hütte zu Hütte, kam mit den Bewohnern ins Gespräch. Die Kinder liefen ihr nach. Aus den ersten gemeinsamen Spielen entwickelte sich der Kindergarten.

Das Engagement der Sehmsdorfs ist längst nicht zu Ende. Auch in ihrer Heimat-Kirchengemeinde in Wittmannsdorf engagieren sie sich nach Kräften, hieß es in der Begründung für die Auszeichnung weiter. Und kommenden Mittwoch reisen beide wieder nach Afrika.