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| 02:42 Uhr

Schwungvoll ins Jahr mit "grenzenlos"

Mit dem Lied "Wozu ist die Straße da, zum Marschieren" aus dem Film Lumpazivagabundus brachten Herbert Rode, Holger Miertsch und Carl Schröder (vorn von links) ordentlich Stimmung in den Saal. Dirigiert wurde das Orchester dabei von Johanna Weihrauch.
Mit dem Lied "Wozu ist die Straße da, zum Marschieren" aus dem Film Lumpazivagabundus brachten Herbert Rode, Holger Miertsch und Carl Schröder (vorn von links) ordentlich Stimmung in den Saal. Dirigiert wurde das Orchester dabei von Johanna Weihrauch. FOTO: B. Keilbach/bkh1
Lübben/Luckau. Auf eine unterhaltsame musikalische Reise durch die Welt der Farben haben die Musiker des Orchesters "grenzenlos" am Wochenende ihr Publikum mitgenommen. Mit lang anhaltendem Beifall im Stehen dankten die Zuhörer in den zwei Konzertsälen für ein mitreißendes Musikerlebnis. Birgit Keilbach / bkh1 bkh1

Bis auf den letzten Platz besetzt war die Aula des Lübbener Paul-Gerhardt-Gymnasiums, wo in diesem Jahr das erste der zwei Neujahrskonzerte stattfand. Dass im Klangkörper Musiker aus zwei Nationen gemeinsam spielen, wurde an der in Deutsch und Polnisch gehaltenen Begrüßung deutlich. Die Worte der Vorsitzenden des Trägervereins Musik und Leben, Maret Kurrar, übersetzte Musikerin und Jugendsprecherin des Vereins, Nicole Bullan in die Sprache der Nachbarn. Zu den Gästen und Akteuren auf der Bühne zählten wie in jedem Jahr auch Mitglieder des Musikvereins der Musikschule im polnischen Wschowa.

Die Bestrebungen beider Vereine, den europäischen Gedanken zu leben und insbesondere die Beziehungen zu vertiefen, würdigte der Vorsitzende des Europavereins im Landkreis Dahme-Spreewald, Martin Wille (SPD).

Unter dem mehrdeutigen Motto "FarbTupfer" servierten die Musiker ein abwechslungsreiches Programm; musikalische Tupfer verschiedener Musikrichtungen von Filmmusiken über Volkslieder, Märsche bis hin zu Musical- und Walzermelodien. Vom blauen Meer, auf dem das Piratenschiff schaukelt, über die weite, grüne Taiga bis in die endlose Steppe Nordamerikas führte die erste Etappe. Als Solisten und im Duett waren Anett Grahlow und Herbert Rode zu hören. Auf die dunkle Seite der Macht entführte das Orchester seine Zuhörer mit dem musikalischen Thema der "Star Wars"-Filmreihe. Fröhlich marschierten Orchesterleiter Holger Miertsch und die Musiker Herbert Rode und Carl Schröder die Straße entlang.

Ganz andere musikalische Farben entfalteten sich im zweiten Teil. Erstmals aufgeführt wurde ein vom Berliner Operettenkomponisten Paul Lincke geschriebener Marsch, in den er die von Gustav Büchsenschütz komponierte "Märkische Heide" integrierte. Die Noten stammten aus dem Nachlass von Werner Jessel, dem Leiter der früheren Luckauer Blasmusikanten. Holger Miertsch bearbeitete den historischen Notensatz passend für die Bläser und Streicher, und das Publikum honorierte diese Premiere mit großem Beifall.

Mit Carl Schröder und Marlene Rothe stellten anschließend zwei Nachwuchsmusiker ihr Gesangstalent unter Beweis. Sie begeisterten mit Musicalmelodien aus "My fair Lady". Diese zwei und weitere junge Musiker werden jedoch im Sommer das Orchester verlassen, wenn sie ihre Schulausbildung beendet haben. Deshalb bezeichne er das Orchester auch oft als "Fahrstuhlorchester", sagte Holger Miertsch.

"Nach jedem Neujahrskonzert fahren wir nach unten, schauen, welche Nachwuchsmusiker herangereift sind, lassen sie einsteigen und nehmen sie mit in die nächste Etage, das große Orchester mit seinem Stamm aus erwachsenen Hobby-Musikern", erläuterte er. Junge Leute heranzubilden, ihnen die Liebe zur Musik einzupflanzen und sie zu begleiten, sei die Aufgabe von Verein und Orchester. Seit ihrer Premiere beim Neujahrskonzert 2016 bereichern Niklas Felix, John Greschow, Konrad Kossatz, Justin Palm, Emil Rothe und Leif Schönemann das Orchester. Weitere 15 Nachwuchsmusiker reiften an den Grundschulen in Lübben und Luckau heran.

Ihre Premiere als Moderatorin und Sängerin absolvierte Anett Grahlow aus Beeskow. "Ich finde es sehr schön, dass hier das Generationsübergreifende im Mittelpunkt steht. Dieses Miteinander trägt viel zum gegenseitigen Verständnis bei", sagte die Beeskowerin. Das Orchester habe sie als sehr offene Gemeinschaft erlebt. Carolin Bock lauschte dem Neujahrskonzert in Lübben zum dritten Mal. "Die Zuhörer sind von Jahr zu Jahr mehr geworden. Und an der Musik ist zu merken, dass sich das Orchester immer mehr zutraut", schätzte die Niewitzerin ein. Erstmals erlebte Helga Burkhardt den Klangkörper: "So ein Orchester aufzubauen, ist eine großartige Leistung", sagte sie anerkennend. Anita und Karl-Heinz Laurisch aus Radensdorf waren gleichfalls begeistert. "Die Zusammenstellung des Programms hat uns gut gefallen, vor allem die Volkslieder zum Mitsingen."

Zum Thema:
Träger des Orchesters "grenzenlos" ist der Verein "Musik und Leben" mit Sitz in Luckau. Er organisiert alle damit verbundenen Aufgaben außerhalb der musikalischen Arbeit. Vereinsziel ist, Musik und Kultur in der Region Luckau und Lübben zu fördern, insbesondere die musikalische Aus- und Weiterbildung von Kindern und Jugendlichen. Gegründet im Juni 2008, zählt der Verein 35 Mitglieder, davon zwölf Jugendliche bis 18 Jahre. bkh1