Die Vorteile, die sich für ein Nahbereichszentrum durch die Anerkennung ergeben können, erläuterte Amtsdirektor Bernd Boschan. Größter Vorteil sei vor allem die größere Beachtung, die der Gemeinde zuteil werde, wenn es um das Verteilen von Fördermitteln gehe, sagte er. Das könnte sich gerade im Tourismusbereich für die Gemeinde Schwielochsee positiv auswirken. Außerdem würde es geringfügig höhere Schlüsselzuweisungen für die Gemeinde geben. Angesichts der angespannten Haushaltslage sei auch das ein Vorteil.

Gemeinde schneidet ganz gut ab
Dass die Gemeinde Schwielochsee bei den vom Land vorgegebenen Anforderungen an ein Nahbereichszentrum im Vergleich zu Lieberose nicht schlecht abschneide, bestätigte der Verwaltungschef ebenfalls. Während Lieberose von vier wesentlichen Merkmalen, die ein Nahbereichszentrum vorzeigen sollte, nur eines erfüllen könne, nämlich die Lage zum nächsten Mittelzentrum, sehe das bei der Gemeinde Schwielochsee etwas besser aus.
So sei die Gemeinde, das hatten auch die Gemeindevertreter Jürgen Staude, Helmut Jatzlau und Frank Graßmel (alle Bürgerliste) in einem entsprechenden Antrag formuliert, mit 1685 Einwohnern stärkste Gemeinde im Amt Lieberose/Oberspreewald. Lieberose habe lediglich 1606 Einwohner vorzuweisen. Die Gemeinde Schwielochsee sei zudem zentral zu den vom Land beabsichtigten Mittel- und Oberzentren gelegen, sei „infrastrukturell gut ausgebaut und mit den für die Zukunft geplanten und bereits in Umsetzung befindlichen touristischen Entwicklungskonzepten und Potenzialen rund um den Schwielochsee wirtschaftlich entwicklungsfähig“ . Die Gemeinde sei außerdem der einzige Standort im ländlichen Raum für eine weiterführende Schule.

Graßmel: „Jeden Strohhalm ergreifen“
Für Graßmel spricht deshalb alles für die Gemeinde Schwielochsee als Nahbereichszentrum, wenn die Landesplanung wirklich einmal umgesetzt werden sollte. „Wir sollten deshalb jeden Strohhalm ergreifen“ , sagte Graßmehl. Und Bürgermeister Hellmut Trunschke ergänzte, was unter diesem „Strohhalm“ zu verstehen ist: „Eine große Chance, an die Fördertöpfe zu kommen.“ Er schätzt zudem ein, dass „uns eine solche Gelegenheit sicherlich nicht mehr geboten wird“ . Trunschke erinnerte daran, dass die damals selbstständige Gemeinde Goyatz versucht hatte, vor fünf oder sechs Jahren Kleinzentrum zu werden. Daraus sei aber nichts geworden.
Dass es bis dahin nicht leicht sein wird, die Wünsche auf den Weg zu bringen, deutete Amtsdirektor Bernd Boschan an. Da es nun zwei Bewerber im Amt Lieberose/Oberspreewald gebe, die Nahbereichszentrum werden möchten, müsse darüber der Amtsausschuss entscheiden.