Die 22. Schwarzpulvertage auf dem Gelände des Schützenvereins Lieberose sind in vollem Gange. Noch bis zum Sonnabendabend schallen immer wieder Schüsse durch den Wald. Die Waffen sind dabei jedoch nicht mit Bleikugeln geladen. Es soll knallen.
Aus Freude am Wilden Westen schlüpfen die Teilnehmer des Camps in die Rolle von Trappern, französischen Auswanderern und der Ureinwohner Nordamerikas. Sie wohnen eine Woche lang in Weißzelten und Tipis. Gegen Abend tanzen sie wie nordamerikanische Ureinwohner im Kreis ums Feuer. Dazu erklingt traditionelle Musik.
Bei den Schwarzpulvertagen in Lieberose zeigt der "Franzose" Pierre Laffaette dem "Ureinwohner" Achim Gesch (r.) Schmuck, den er zum Verkauf anbietet. Hanni Gumpert strickt eine Socke.
Bei den Schwarzpulvertagen in Lieberose zeigt der "Franzose" Pierre Laffaette dem "Ureinwohner" Achim Gesch (r.) Schmuck, den er zum Verkauf anbietet. Hanni Gumpert strickt eine Socke.
© Foto: Jörn Tornow
Termine gibt es in Lieberose nicht, abgesehen vom Tanz am Abend. „Bei uns gilt der freie Wille“, sagt Denny Barteska, „es gibt keine Verpflichtungen und Uhrzeiten“. Es gibt auch keinen Outfit-Zwang. So kommt es, dass auch Wikinger und Ritter im Lager auftauchen. „Wir hatten auch schon Leute mit NVA-Helmen dabei, aber das passt nicht zu uns“, erzählt Barteska. Die Zeitreise solle tiefer in die Vergangenheit reichen.

Gäste im Lager willkommen

Besuchern steht das Camp offen, gern kann das Treiben im Lager verfolgt werden. „Wir wollen hier Urlaub machen und unser Hobby ausleben, trotzdem sind wir offen für Besucher“, so Barteska.
Die Schusswaffen gehören zum Wilden Westen dazu. Thomas Bussian schießt mit zwei Steinschlosspistolen. Die eine ist eine Replik einer Waffe aus dem Jahr 1807, die andere Pistole antik aus dem Jahr 1720. „Die Pistolen aus dieser Zeit hatten einen Flintstein und eine rauhe Fläche aus Eisen. Der Stein erzeugt Funken, die dann das Schießpulver entzünden. „Mit den Pistolen kann bis 25 Meter weit geschossen werden“, betont Bussian. Am Sonnabend werde mit Langwaffen auf Ziele in 50 Meter Entfernung geschossen. Bei dem Wettbewerb wird mit Bleikugeln geschossen, der Schützenverein Lieberose stellt dafür den Schießstand zur Verfügung, damit alles sicher ist.
Achim Gesch hat sich wie ein Ureinwohner Nordamerikas gekleidet. Der Stamm, an dem er sich orientiert, hätte geblümte Hemden getragen. „Diese Hemden waren damals eine übliche Handelsware, die die Ureinwohner kauften“, erklärt er.

Ausflug in die Vergangenheit

Noch bis Sonnabendabend können Schaulustige das Lagerleben im Rahmen der Schwarzpulvertage auf dem Gelände des Schützenvereins Lieberose e.V., Waldstraße 10, 15868 Lieberose genießen.