Marco Sell zufolge sollte die Arbeitszeit der Sekretärin der jeweiligen Schule um eine Stunde erhöht werden: “Nur so lässt sich das Vorhaben dauerhaft umsetzen.„ Die zusätzliche Arbeitszeit soll für die Kassierung, die Annahme und Ausgabe der Milch verwendet werden.

Christoph Bartoszek ist vom Vorschlag überrascht: “In den bisherigen Gesprächen war immer davon die Rede, dass sich die Eltern ehrenamtlich um die Schulmilch kümmern„, sagt der zuständige Fachbereichsleiter der Lübbener Stadtverwaltung. Die Arbeitszeit der Sekretärinnen zu erhöhen, werde seiner Ansicht nach Probleme geben. In ihren Arbeitsverträgen sei die Abwicklung der Schulmilchversorgung ebenso wenig vorgesehen wie in den Verträgen der Hausmeister.

Marco Sell erklärte, dass die Eltern bereits eine Bedarfsanalyse in Arbeit haben. Während es in der 2. Grundschule und der Spreewaldschule bisher kein abschließendes Ergebnis vorliege, seien Hortnerinnen in der 1. Grundschule bereit, die Ausgabe der Schulmilch zu übernehmen. “Das ist aber keine dauerhafte Lösung„, sagte der Schulelternsprecher. Und auch nicht ihre Aufgabe, wie Christoph Bartoszek ergänzte.

Marco Sell verwies darauf, dass die Stadt als Schulträger einen Vertrag mit einem Milchlieferant abschließen müsse und damit auch die Logistik sichern. Der Fachbereichsleiter will jetzt prüfen, ob tatsächlich jedem Kind Schulmilch zusteht.

Das Mittagessen wird derzeit von der Gastronomischen Versorgungsleistungs GmbH Berlin-Brandenburg geliefert. “Der Geschäftsführer hat uns einvernehmliche Vertragsauflösung angeboten„, erklärt Christoph Bartoszek. “Wir haben das Angebot angenommen und die Essensversorgung für Kitas und Schulen in der Stadt Lübben neu ausgeschrieben.„

Der Fachbereichsleiter geht davon aus, dass die Stadtverordneten im Februar des nächsten Jahres den neuen Lieferant beschließen. Mit ihm könne dann auch über die Schulmilchversorgung verhandelt werden. Entscheidend werde laut Bartoszek sein, was Eltern bereit sind, für die Schulmilch zu bezahlen. asd1

Zum Thema:

Die Gastronomische Versogungsleistungs GmbH Berlin-Brandenburg versorgt seit 2009 vier Kindereinrichtungen in Lübben. Etwa 350 Portionen täglich liefert sie nach eigenen Angaben für Hortkinder der 1. und 2. Grundschule sowie für die Kitas “Spreewald„ und “Unter den Linden„ in der Kreisstadt. Die Qualität der Schulspeisung ist mehrfach kritisiert worden.