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Schule Langengrassau wird keine Herberge

Langengrassau.. Die Gemeinde Heideblick hat sich von der Idee verabschiedet, im ehemaligen Langengrassauer Schulgebäude eine Naturerlebnisherberge für Schulklassen, Wandergruppen und Familien einzurichten. „Ideen allein reichen nicht. Wir brauchen auch jemand, der die Vorschläge umsetzt. Tilo Winkler

Diese Leute haben wir aber leider nicht“ , sagt Vize-Bürgermeister Frank Deutschmann.

Verein hat nicht die Kraft
Bürgermeister Bodo Lott wollte den Förderverein des Naturparks Niederlausitzer Landrücken als Träger gewinnen. Lott ist Vorsitzender des Vereins. „Der Förderverein ist aber zu klein und hat deshalb nicht die Kraft für ein solches Projekt“ , erklärt der Bürgermeister.
Die Herbergsidee war nach Angaben der Langengrassauer Verwaltung von einem ehemaligen Lehrer geboren worden. Tourismus-Mitarbeiterin Brigitte Neumann hatte die Vorstellungen ausgearbeitet und zu Papier gebracht. Gedacht war an gemeinsame Projekte mit dem Höllberghof oder der Naturwacht des Naturparks Niederlausitzer Landrücken in Wanninchen. Zudem sei eine Dauerausstellung im ehemaligen Schulgebäude denkbar. Das Leben im Dorf, die heimische Flora und Fauna, der Umweltschutz sowie die Erholung in der Natur sollten vier Themenkomplexe sein, die in der Ausstellung aufgegriffen werden könnten. Dabei böte sich auch an, auf den Fundus der Schule zurückzugreifen, erläuterte noch im Juni Hauptamtsleiterin Marlis Martin. Denn: „Bislang fehlen Übernachtungsmöglichkeiten für größere Gruppen, die die Waldbühne in Gehren, den Höllberghof oder das Naturparkzentrum in Wanninchen besuchen“ , so Martin (die RUNDSCHAU berichtete).
Das Schulgebäude steht seit mehr als zwei Jahren leer. Inventar wurde zum Teil verkauft. Mit einem Schulfest wurde im vergangenen August an die Einweihung der Einrichtung vor 50 Jahren gedacht. Auf der Internetseite der Gemeinde Heideblick wird die Immobilie seit Monaten in allen Details zur Verpachtung oder zum Verkauf angeboten. „Ich denke, wir haben in den vergangenen Monaten genug publik gemacht, dass wir einen Nachnutzer suchen“ , so Vize-Bürgermeister und Finanzchef Frank Deutschmann.
Neue Pläne für eine Nachnutzung des unter Denkmalschutz stehenden Hauses gebe es jedoch nicht. „Es zeichnet sich nichts ab“ , so Deutschmann. „Die Gebäudestruktur ist auch nur für wenige Sachen geeignet.“

Turnhalle von Schule getrennt
Inzwischen habe die Turnhalle auf dem Schulgelände eine eigene Heizung erhalten. Auch die Wasseranschlüsse seien getrennt worden, erläutert der Vize-Verwaltungschef. „Das Schulgebäude wird jetzt völlig stillgelegt.“ Dass ein ungenutztes und im Winter unbeheiztes Haus in seiner Substanz leide, „bekomme ich von einigen Seiten gesagt“ , so Deutschmann. Doch aus Kostengründen bleibe der Gemeinde keine andere Wahl. Bislang gebe es keine Anzeichen von Vandalismus. Hoffentlich bleibe das auch so, sagt der Kämmerer. „Vor dem Tag, an dem die erste Scheibe des Schulgebäudes kaputt geht, habe ich Angst.“ Doch Deutschmann könne auf die Langengrassauer bauen. „Die Einwohner sind sehr aufmerksam. Sie werfen ein Auge auf die Schule“ , ergänzt der Vize-Bürgermeister.