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| 18:12 Uhr

Kleine Künstler ganz groß
Schülerband-Festival zum zweiten Mal in Lübben

 Gemeinsam geht’s am besten: Die ehemalige Schulband des Paul-Fahlisch-Gymnasiums „Till 17“ und die akuelle Schulband „No Names“ spielten und sangen in Lübben auf der Bühne.
Gemeinsam geht’s am besten: Die ehemalige Schulband des Paul-Fahlisch-Gymnasiums „Till 17“ und die akuelle Schulband „No Names“ spielten und sangen in Lübben auf der Bühne. FOTO: LR / Henry Berner
Lübben. Am Freitagabend fand das School‘s Out Festival mit zwei Neuerungen statt. Veranstaltungsort und Datum wurden geändert. Ging das Konzept auf? Von Henry Berner

Während die Baumkronen vom frühabendlichen Sonnenlicht gestreichelt werden, machen es sich Besucher um die Bühne herum auf Decken und Campingstühlen bequem. Vor der Bühne stehen filmend und fotografierend stolze Angehörige. Kinder auf Fahrrädern fahren das Gelände interessiert an, auch Kinderwägen gehören zum Publikumsbild. Dieses Festival ist ein Familienfestival, weil die eigenen Kinder, Enkel oder Geschwister musizieren. Es ist aber auch ein Familienfestival, weil die Fläche neben der Diakonie an diesem Abend ein Ort des Zusammenkommens ist.

In ganz anderer Stimmung als das Publikum befinden sich zeitgleich die zehn- und elfjährigen Musiker der No Names aus Lübbenau. Sie werden gleich ihren zweiten Auftritt ihrer noch jungen Bandgeschichte haben. Als sie der vor ihnen spielenden Schulband MinT aus Königs Wusterhausen zuschauen, macht sich Nervosität breit. Die Nervosität war sowieso schon da, wird wegen des Vergleichens nun noch verstärkt. Können wir da mithalten? Sie können, auch wenn es an diesem Abend gar nicht darum geht, ob jemand besser oder schlechter ist. Mit Unterstützung ihres Lehrers Florian Schöning spielen sie ihre zwei Stücke souverän. So freudenvoll Florian Schöning Gitarre spielt wird deutlich: Der 32-Jährige lehrt nicht nur aushilfsweise Musik am Paul-Fahlisch-Gymnasium, er lebt Musik.

Die ebenfalls aus Lübbenau stammende Band Till 17 ist als nächste dran. Nach dem Erlangen des Abiturs eigentlich schon aufgelöst, spielen sie an Stelle von The Circle, die krankheitsbedingt ausgefallen sind. Schöning konnte einen Teil der Band kurzfristig engagieren und steht nun, ebenso wie Festival-Organisator Tino Kahl mit auf der Bühne. Kahl spielt Bass, ohne dass vorher Zeit für gemeinsame Proben gewesen wäre. „Ohne Proben ganz nach oben“ scherzt Kahl. Die No Names schauen den Großen von Till 17 vom Rand aus zu, um wenig später selbst Teil eines der schönsten Momente des Abends zu sein. Till 17 holen die kleinen No Names mit auf die Bühne, um gemeinsam „Cordula Grün“ zu spielen. Spätestens jetzt legt sich jegliche Anspannung bei den jüngsten und  ein ausgelassenes, generationenübergreifendes Miteinander entsteht.

Aus Lübbenau gab es viel Lob für Lübben. „Der Abend war super organisiert, die Bands wurden willkommen geheißen, es gab Getränkegutscheine und Backstagepässe“, resümiert Schöning. „Es ist selten, dass die Künstler so im Mittelpunkt stehen können“. Der musikbegeisterte Deutsch- und Geschichtslehrer weiß um die Wichtigkeit solcher Auftrittsmöglichkeiten, „arbeiten Bands schließlich darauf hin, Bühnenerfahrung zu sammeln“. Die Jugendlichen lernen auf der Bühne, „aus sich herauszugehen“. Außerdem bedeutet ein Bandgefüge „immer Kompromisse einzugehen“.

Auch Organisator Tino Kahl von der Kreismusikschule Dahme-Spreewald ist zufrieden: „Die Lage am Hain ist die bessere. Das Festival wirkt an dieser Stelle mehr in die Stadt hinein. Durch frühes Aufbauen der Bühne am Tag, sehen die Leute dass hier was passiert. Zudem gibt es mehr Laufpublikum als auf der Schlossinsel“. Nachdem die zweite Auflage der Veranstaltung laut Kahl wieder „wie am Schnürchen gelaufen ist“, freut sich der Gitarrenlehrer auf die dritte, ist das Festival schließlich auf Langfristigkeit angelegt.

Kahl, der durch den Abend moderiert, sagt an einer Stelle: „ich komme ins Plaudern“. Dieses Plaudern entsteht beim Ankündigen der Lübbener Lokalmatadore First Orange, für die er voll des Lobes ist. In dieses Plaudern mischt sich Begeisterung und Anerkennung für alle anderen Bands, für die Stadt und alle Helfer, die den Abend möglich machen. Ob vor oder nach den Ferien, dieses kleine Festival ist ein bereichernder Sommer-Termin für den Lübbener Kulturkalender.

 Monique Rumi, Johannes Liebsch und Lukas Wilke sind die Lübbener Band „First Orange“. In der Musikschule begannen sie vor einigen Jahren gemeinsam zu proben.
Monique Rumi, Johannes Liebsch und Lukas Wilke sind die Lübbener Band „First Orange“. In der Musikschule begannen sie vor einigen Jahren gemeinsam zu proben. FOTO: Förderverein Lübbener Musikschüler / Serena Pense
 Gemeinsam geht’s am besten: Die ehemalige Schulband des Paul-Fahlisch-Gymnasiums „Till 17“ und die akuelle Schulband „No Names“ spielten und sangen in Lübben auf der Bühne.
Gemeinsam geht’s am besten: Die ehemalige Schulband des Paul-Fahlisch-Gymnasiums „Till 17“ und die akuelle Schulband „No Names“ spielten und sangen in Lübben auf der Bühne. FOTO: LR / Henry Berner
 Monique Rumi, Johannes Liebsch und Lukas Wilke sind die Lübbener Band „First Orange“. In der Musikschule begannen sie vor einigen Jahren gemeinsam zu proben.
Monique Rumi, Johannes Liebsch und Lukas Wilke sind die Lübbener Band „First Orange“. In der Musikschule begannen sie vor einigen Jahren gemeinsam zu proben. FOTO: Förderverein Lübbener Musikschüler / Serena Pense