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| 12:44 Uhr

Tschernobyl-Hilfe
Schokolade, Schuhe und Kuscheltiere für Tschernobyl-Kinder

Bärbel Pötschick (re.) und Luise Wolf sortieren die gespendeten Tafeln Schokolade. Herta Katterle sortiert im Hintergrund Kuscheltiere.
Bärbel Pötschick (re.) und Luise Wolf sortieren die gespendeten Tafeln Schokolade. Herta Katterle sortiert im Hintergrund Kuscheltiere. FOTO: Andreas Staindl
Lübben. Andreas Staindl

Schokolade, Schuhe und Kuscheltiere sind an Bord. Brigida Melzer wird diese an den weißrussischen Kinderfonds in Minsk, aber auch schwerkranken Kindern übergeben. Die Vorsitzende des Kinderhilfsvereins will Artjom, Shenia und Sophia persönlich besuchen. Alle drei Kinder sind ihr zufolge schwerstbehindert und werden seit Jahren vom Tschernobyl-Verein in Lübben unterstützt. Sophia etwa sitzt im Rollstuhl. Die Fünfjährige war im Sommer dieses Jahres in Lübben, wurde in der Reha-Klinik behandelt. Im nächsten Jahr darf sie wiederkommen wie Brigida Melzer sagt. Jetzt erhält das Mädchen Besuch von ihr. Der Kontakt der Vereinschefin zu den drei schwerkranken Kindern wird nicht der einzige während des Aufenthalts in Weißrussland bleiben. Auch das eine oder andere Kind, das seinen Erholungsaufenthalt bei Gasteltern in Lübben verbracht hat, wird Brigida Melzer treffen: „Die Kinder freuen sich jedes Mal, wenn ich da bin.“ Etwa 200 Kilogramm Schokolade hat die Vereinschefin diesmal dabei. Die Süßigkeiten werden ebenso wie die Schuhe und die Kuscheltiere durch den Kinderfonds an bedürftige Familien und Waisenkinder verteilt. Mitglieder des Lübbener Kinderhilfsvereins haben den Transport vorbereitet. Der Aufwand ist nicht unerheblich. Jede gespendete Tafel Schokolade muss kontrolliert werden. „Sie muss mindestens noch drei Monate lang haltbar sein“, erklärt Luise Wolf. Sie und Bärbel Pötschick haben die Süßigkeiten während des letzten Annahmetags vor der Reise zu Wochenbeginn in Empfang genommen, kontrolliert und in Karton gepackt. Die genaue Stückzahl haben sie auf einer Liste notiert. „Zwischen 200 und 300  Kilogramm Schokolade kommen immer zusammen“, erzählt Luise Wolf. „Es waren auch schon mal 400 Kilogramm.“ Ganz so viel wird nicht mehr gespendet. Schulen, Kindergärten, Privatpersonen, Firmen sammeln für den Kinderhilfsverein. „Die Unterstützung ist nach wie vor groß“, sagt Brigida Melzer. Eveline Schüler hat jede Spende auf einer Liste  notiert. Jedes Stück muss beim Zoll angegeben werden. Auch die Kuscheltiere, die Herta Katterle für die Reise auswählt und in Säcke verstaut hat. Andere Spenden hat sie schon für den Weihnachtsmarkt in Lübben zurückgelegt. Der Kinderhilfsverein ist dort traditionell mit einem Stand präsent. Die angebotenen Stricksocken, Strickschals und Strickmützen sind ein Renner wie Herta Katterle erzählt. Frauen im Norden des Landkreises Dahme-Spreewald haben die Dinge aus der Wolle gestrickt, die der Verein gespendet bekommen hat. „Sie unterstützen damit unsere Idee“, sagt Brigida Melzer. Sie hält die Unterstützung der Kinder in Weißrussland auch nach mehr als zwei Jahrzehnten noch für wichtig: „Die Kinder in den Dörfern freuen sich über jedes Stück Schokolade. So etwas bekommen sie sonst kaum auf dem Land.“ Dass sich das Engagement des Vereins aus der Spreewaldstadt lohnt, sieht die Vorsitzende an der Entwicklung früherer Gastkinder: „Aus allen ist etwas geworden. Darauf sind wir schon stolz.“ Ohne Unterstützung von hilfsbereiten Menschen könnte der Verein die Herausforderung nicht meistern. Werner Glombitza ist auch diesmal als Kraftfahrer dabei. Er teilt sich die Autofahrt mit dem selbstständigen Maler Dietmar Falk aus Kuschkow (Märkische Heide), wie Brigida Melzer erzählt. Das Trio will mit dem Vereinsbus inklusive Anhänger am Donnerstag in dieser Woche in Weißrussland ankommen.