„Die Spülung der Hauptleitungen in beiden Orten ist am Donnerstagabend abgeschlossen worden. Mit der der Hausanschlüsse werden wir noch bis Montag zu tun haben“ , informiert Günter Zinn, Technischer Leiter des TAZV Luckau. Sieben Mitarbeiter seien dafür in den vergangenen Tagen ständig im Einsatz gewesen. Ein weiterer habe Haushalte und Einrichtungen, die wegen der Spülung vom Netz abgeschaltet worden sind, mit Trinkwasserkanistern versorgt.

Experten eingeschaltet
Bei der Spülung der Leitungen seien keine coliformen Bakterien mehr gefunden worden, sagt Zinn. Die letzte bislang entnommene Probe aus dem Wasserwerk Schönwalde entspreche der Trinkwasserverordnung. Am Abkochgebot für das Wasser, das zum Trinken gedacht ist, werde trotzdem festgehalten. Denn die Ursache für Verkeimung „haben wir noch nicht ermittelt“ . Für die Suche danach habe der TAZV Luckau einen Biologen und ein Institut engagiert, „um zwei unabhängige Aussagen zu bekommen“ .

Anwohner empört über Schreiben
Zudem arbeitet der TAZV Luckau bei der Ursachenforschung mit dem Gesundheitsamt des Landkreises Dahme-Spreewald zusammen. Von diesem haben 190 Haushalte in Schönwalde und Freiwalde in dieser Woche einen Brief erhalten, der zu Fragen bei der Behörde „und auch zu Unruhe führte“ , sagt Amtsleiterin Dr. Marion Kunzelmann. Beim Schönwalder Robert Jung rief der Brief Empörung hervor. „Das ist wie eine Vorverurteilung“ , sagt er der RUNDSCHAU. Denn in dem Brief wird ihm vorgehalten, dass er „nur sehr wenig beziehungsweise kein Trinkwasser vom öffentlichen Netz abnimmt.“ Daher werde vermutet, dass er einen eigenen Brunnen benutzt. Jung wird aufgefordert, Auskunft zu geben, woher er Wasser bezieht.
Er habe keinen eigenen Brunnen, versichert der Schönwalder der RUNDSCHAU. „Mir kann doch nicht vorgeschrieben werden, wie viel Wasser ich verbrauche.“
Marion Kunzelmann erklärt, dass das Gesundheitsamt regelmäßig von den Trinkwasserverbänden darüber informiert werde, wer wenig oder kein Wasser aus dem öffentlichen Netz bezieht. Denn Hausbrunnen seien beim Gesundheitsamt anzumelden, weil deren Wasserqualität überprüft werden müsse.
Im speziellen Fall der 190 Briefe, die jetzt nach Schönwalde und Freiwalde geschickt wurden, seien aber die gefundenen Keime der Grund, so Marion Kunzelmann. „Wir kennen die Ursache nicht. Theoretisch ist einiges möglich“ , sagt die Behördenchefin. Werde beispielsweise wenig Wasser aus dem öffentlichen Netz genutzt, stehe es in den Leitungen, die zum Haus führen, so dass sich Keime ansammeln könnten. „Wir unterstellen niemandem etwas. Wir fragen einfach an, wer einen Brunnen hat. Es ist ja nicht verboten, ihn zu nutzen“ , betont Marion Kunzelmann. „Aber wir müssen die Schwachstelle finden, durch die die Keime ins Wasser gelangt sind.“ Die Gesundheitsamts-Chefin informiert weiterhin, dass es in Schönwalde und Freiwalde keine Krankheitsfälle aufgrund der festgestellten Bakterien gegeben habe.