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| 17:48 Uhr

Regionalgruppe gegründet
Blühende Landschaften für Bienen

Die Bienenzüchter Britta Meyer und Matthias Bulisch aus Schönwalde sind die Initiatoren der neuen Regionalgruppe.
Die Bienenzüchter Britta Meyer und Matthias Bulisch aus Schönwalde sind die Initiatoren der neuen Regionalgruppe. FOTO: Andreas Staindl
Schönwalde. Schönwalder gründen erste Mellifera-Regionalgruppe für Brandenburg. Ziele sind Erfahrungsaustausch und neue Impulse.

Die Welt der Bienen ist faszinierend. Sie mit der von Mensch und Natur in Einklang zu bringen, ist das Ziel von Mellifera. Der Verein setzt sich für einen achtsamen Umgang mit den Bienen ein. Jetzt unterstützen auch Bienenfreunde und Imker aus Schönwalde (Unterspreewald) und Umgebung das Anliegen. Dort hat sich die erste Mellifera-Regionalgruppe für Brandenburg gegründet. Insgesamt gibt es rund 20 Regionalgruppen im deutschsprachigen Raum – die meisten in Deutschland.

Britta Meyer und Matthias Bulisch sind die Initiatoren in Schönwalde. Sie betreiben einen kleinen Bauernhof im Ort und haben sich seit acht Jahren der Imkerei verschrieben. „Wir sind an einem Punkt angelangt, an dem wir mit unseren vielen Fragen allein nicht mehr weiterkommen“, sagt Matthias Bulisch. „Die Zusammenarbeit mit Behörden ist schwierig, Antworten aus Imkervereinen sind nicht wirklich zufriedenstellend. Wir haben auch einen wissenschaftlichen Anspruch und wollen deshalb neue Wege gehen.“

Die neu gegründete Regionalgruppe unter dem Dach von Mellifera soll Impulse setzen. Sie soll den Erfahrungsaustausch zwischen Imkern ermöglichen, deren wissenschaftlichen Horizont erweitern, junge Leute auf die Imkerei neugierig machen, jedoch keine Konkurrenz zu bestehenden Imkervereinen sein, wie Rainer Kaufmann sagt. Er leitet die Regionalgruppe in Berlin und hat jetzt die Gründung der Gruppe im Unterspreewald mit angeschoben.

Marion Bartel ist sehr froh darüber und will mitmachen. „Ich suche Leute für den Erfahrungsaustausch, um auch mal über den Tellerrand hinauszuschauen“, sagt die Vetschauerin (Oberspreewald-Lausitz). Und, dass sie mit ihrem örtlichen Imkerverein nicht zufrieden sei. Die Imkerei habe sie vor sieben Jahren in Österreich gelernt. Jetzt will Marion Bartel ihr Hobby weiterentwickeln. Die neue Regionalgruppe soll das möglich machen. „Sie ist ein offenes Format und ein loser Zusammenschluss von Leuten, die sich mit der Bienenhaltung beschäftigen oder es wollen, den Austausch und neue Impulse suchen“, sagt Rainer Kaufmann. „Auch Interessierte aus konventionellen Imkervereinen sind herzlich willkommen. Konkrete Schwerpunkte legt jede Gruppe selbst fest.“ Die neue Regionalgruppe im Unterspreewald ist nach Berlin und Leipzig erst die dritte im Osten Deutschlands. Das Wirkungsgebiet ist noch nicht definiert. Der Chef der Berliner Gruppe hat vorgeschlagen, das Gebiet nicht zu klein zu wählen, um Interessierte in benachbarten Regionen nicht auszuschließen. Sonja d´Heureuse aus Kuschkow (Märkische Heide) ist an der neuen Gruppe interessiert: „Ich habe wenig Hilfe von meinem Imkerverein, Niemanden von dem ich lernen kann, mir fast alles selbst angelesen. Vom Regionalverein erhoffe ich mir wertvolle Tipps, aber auch, dass wir gemeinsam die Bienen als Haus-und Nutztiere in den Vordergrund stellen.“ Jeder, der sich für Themen der wesensgemäßen Bienenhaltung interessiert, die sich an natürlichen Bedürfnissen des Bienenvolks orientiert, ist eingeladen, mitzuarbeiten wie Matthias Bulisch sagt. Regelmäßige Treffen sind geplant. Zudem sollen Veranstaltungen organisiert werden. Die Initiatoren aus Schönwalde wollen zudem ihren Hof öffnen, um Interessierte an die Bienenzucht heranzuführen. „Die Imkerei braucht Nachwuchs“, sagt Rainer Kaufmann. „Über konventionelle Vereine ist es schwierig, junge Leute für die Bienenzucht zu begeistern.“ Mellifera will neue Wege gehen.