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Schönefelder Gymnasium wird etwas teurer

Luckau/Schönefeld. Überraschend? Nicht wirklich. Der Neubau des dreizügigen Gymnasiums in Schönefeld wird teurer. Darüber hat Bauamtsleiter Dietmar Licht am Dienstagabend im Bildungsausschuss des Landkreises informiert. In Luckau stellte er den aktuellen Planungsstand vor. Ingvil Schirling

Die Fläche, auf der die künftige Schule stehen soll, erweitert sich um rund 300 von 5300 auf 5600 Quadratmeter. Diesen Flächenaufwuchs trage finanziell allerdings die Gemeinde Schönefeld, die ohnehin Bauherrin ist. Der Landkreis zieht zur Miete ein und braucht das Gebäude, um die steigende Zahl der Schüler vor allem an Gymnasien des Nordkreises für den Unterricht unterbringen zu können. Diese wächst Prognosen zufolge dermaßen, dass das dreizügige Haus nur eine Zwischenlösung sein soll. Die Gemeinde Schönefeld will es weiter als Grundschule nutzen, der Landkreis sich damit Luft verschaffen, um in der Zwischenzeit ein fünfzügiges Gymnasium planen und bauen zu können. Festgelegt ist bisher allerdings, dass die Bausumme bei acht Millionen Euro gedeckelt wird. Wird es teurer, muss der Landkreis in die Finanzierung einspringen.

Licht führte die steigenden Kosten - die neue Schätzung liegt bei insgesamt rund 10,5 Millionen Euro - auf rasant wachsende Baupreise zurück. Neu ist, dass ein aktiver Schallschutz am Gebäude installiert werden soll. Zu den Mehrkosten trägt die Gründung bei, und archäologische Begleitung hat sich ebenfalls angesagt. Eine Schallschutzwand zur Bahn hin übernimmt die Gemeinde Schönefeld.

Für die Zwischenlösung besteht ein ehrgeiziger Zeitplan. Ende 2018 soll das Haus stehen, so Licht weiter, nach der Einrichtung wäre es dann im ersten Halbjahr 2019 nutzbar. Dringend benötigt wird es Prognosen zufolge im Schuljahr 2018/19. Der Standort liegt relativ zentral in Alt-Schönefeld. Die Entwürfe für den dreistöckigen Gebäudekomplex liegen vor. Planer wird Vilco Scholz sein, der unter anderem im Unterspreewald eine Reihe von Kitas gebaut hat.

Bauamtsleiter Dietmar Licht informierte weiter darüber, dass für die beiden Gymnasien - die kleinere Zwischenlösung und den großen Gebäudekomplex - auch noch eine Sporthalle gebaut werden muss. Sie sei separat von der Eventhalle zu betrachten, die die Gemeinde Schönefeld zusätzlich im Visier hat. Die Schulsporthalle würde brutto geschätzte sieben bis acht Millionen Euro kosten - ohne Grundstückserwerb, Ausstattung und Außenflächen. Ein erstes Grundstücksangebot liege bei 350 Euro je Quadratmeter. Auf dieser Fläche soll dann auch das fünfzügige Gymnasium entstehen, für das eine grobe Kostenschätzung vorliegt, die Licht im Ausschuss allerdings nicht konkret bezifferte. Die benötigte Grundstücksfläche für beides - Halle und großes Gymnasium - wird auf 15 000 bis 20 000 Quadratmeter geschätzt, also 1,5 bis zwei Hektar. Das wären rein rechnerisch weitere sieben Millionen Euro.

Noch kann sich in der Planung vieles ändern. Jüngstes Beispiel: Das fünfzügige Gymnasium wird nun doch nicht zum Schuljahr 2020/21 gebraucht, sondern erst zwei Jahre später.