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| 02:41 Uhr

Schnelles Netz für Lübbens Mieter

Lübben. "Glasfaserkabel mit Bums" – so versprach es Hartmut Kohlmann im Sommer. Was der Chef der Lübbener Wohnungsbaugesellschaft (LWG) im August meinte, wird demnächst Wirklichkeit. Am Dienstag erfolgt der erste Spatenstich des Gemeinschaftsprojekts mit der Genossenschaftlichen Wohngemeinschaft (GWG). Ingvil Schirling

Glasfaserkabel mit Bums - was ist das eigentlich? Die Pepcom, ein Infrastrukturunternehmen aus der Tele-Columbus-Gruppe, will es den Lübbener Mietern zeigen. Schon Mitte 2017 sollen über das neue, leistungsstarke Glasfasernetz Geschwindigkeiten von bis zu 400 Mbit/s möglich sein. Breitband vom Feinsten, selbst im europäischen Vergleich. Die aktuellen Ausbaubemühungen von Telecom und auch vom Landkreis Dahme-Spreewald, die Breitbandversorgung mit bis zu 50 Mbit/s zu gewährleisten, muten daneben geradezu bescheiden an. Wer in entlegenen Ecken allerdings derzeit versucht, Emails mit 240 kbit/s zu verschicken, wird sich schon darüber freuen.

Die Lübbener GWG- und LWG-Mieter allerdings können danach, wenn alles gut geht, in ein paar Monaten Fernsehen in gestochen scharfer HD-Qualität empfangen. Das Angebot umfasst einer Pressemitteilung zufolge die öffentlich-rechtlichen Programme von ARD und ZDF sowie mehr als 20 private Sender wie RTL, ProSieben oder Sat.1. Verschiedene Tarife inklusive Telefon werden angeboten. "Damit stehen in Lübben erstmals Bandbreiten zur Verfügung, die allen Anforderungen eines modernen Haushalts gerecht werden", heißt es weiter. An den aktuellen Nachfragetrends lasse sich schon heute klar ablesen, dass die schmalen Bitraten klassischer Internetanbieter nicht ausreichen.

Statt dessen zielen LWG, GWG und Pepcom auf den ganz großen Wurf. "Nach Abschluss des Projektes wird Lübben über eines der modernsten Glasfasernetze in Europa verfügen", steht in der Mitteilung. Möglich sollen es eine neue, leistungsstarke Kabelkopfstation und ein Glasfaserring als "Rückgrat" für das Netz in Lübben machen. Die Glasfaser des modernisierten Netzes soll bis ins Gebäude reichen und ermöglicht so stabil diese Internetgeschwindigkeiten ermöglichen. Laut Mitteilung lassen sich aber auch ohne aufwändigen Eingriff in die bestehende Gebäudeverkabelung Geschwindigkeiten von 1000 Mbit/s und mehr erreichen.

Versorgt werden sollen nicht nur mehr als 3000 Wohnungen der GWG und LWG. Pepcom will nach eigenen Angaben eine Initiative starten, um auch kleinere Wohngebäude und Einfamilienhäuser für den Anschluss an das Hochgeschwindigkeits-Glasfasernetz zu gewinnen.

Die Bauarbeiten sollen mit einem symbolischen ersten Spatenstich am Nikolaustag starten. Pepcom ist optimistisch, dass sich die Investition auszahlen wird, und zitiert den Branchenverband Bitkom. Demnach "nutzen heute bereits drei Viertel aller Haushalte bandbreitenhungrige Streamingdienste zum Konsum von Musik und Bewegtbildinhalten". Heißt auf Deutsch: Sie schauen Filme und laden sich Musik mit großen Datenmengen herunter, für die man leistungsfähige Netze braucht. Hinzu komme eine sich wandelnde Bildungs- und Arbeitswelt, in der von Zuhause gearbeitet, Konferenzen per Video abgehalten und umfangreiche, internetbasierte Weiterbildungen genutzt werden. Nach Zahlen der Bundesnetzagentur seien derzeit allerdings erst 7,5 Prozent der deutschen Internetanschlüsse schneller als 100 Mbit/s. Der Ausbau in Lübben wird diese Quote voraussichtlich etwas ansteigen lassen.

Zum Thema:
Die Tele Columbus Gruppe bietet deutschlandweit aktuell für 880 000 Haushalte Internetbandbreiten bis 400 Mbit/s in Kombination mit Telefonanschlüssen sowie digitalem Kabelfernsehen inklusive einer reichhaltigen Auswahl an TV-Programmen in HD-Bildqualität an. Es gibt unterschiedliche Tarife für die Bandbreite der Anforderungen.