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| 17:19 Uhr

Streit um Verkehrssicherheit
Landkreis gegen Einengung der Berstebrücke

  Blick auf die Berstebrücke in Treppendorf: Wunsch der Stadtverordneten war, sie einzuengen, damit Fußgänger sicherer queren können. Doch das Straßenverkehrsamt des Landkreises sieht in den Plänen eher eine Gefahrenquelle.
Blick auf die Berstebrücke in Treppendorf: Wunsch der Stadtverordneten war, sie einzuengen, damit Fußgänger sicherer queren können. Doch das Straßenverkehrsamt des Landkreises sieht in den Plänen eher eine Gefahrenquelle. FOTO: LR / Ingvil Schirling
Straßenverkehrsamt: Prüfung der Unfallstatistik zeigt keine Auffälligkeiten. Von Ingvil Schirling

Mehrfach ist die Einengung der Berstebrücke in Treppendorf im Bauausschuss von Stadtverordneten diskutiert worden, ehe sie Ende 2018 beschlossen wurde. Der Grund: Begegnen sich zwei Autos und ein Fußgänger oder Radfahrer auf der Brücke, wird es für letzteren lebensgefährlich eng.

Deshalb steht seit Langem ein Gegenverkehr-Vorrang-Schild vor der Brücke. Das soll eigentlich sicherstellen, dass es zu solchen prekären Situationen nicht kommt. Doch was, wenn es missachtet wird? Dann wird es definitiv zu eng für drei.

Dieser Argumentation waren die Stadtverordneten mit großer Mehrheit gefolgt. Ihr Ansinnen war, die Brücke mit gut sichtbaren Elementen so einzuengen, dass nur noch ein Auto darüber fahren kann. Damit entstünde ein abgegrenzter Gehweg. So hat es der Fachbereich Bau der Stadtverwaltung bei der zuständigen Landkreis-Behörde, dem Straßenverkehrsamt, Ende Februar/Anfang März beantragt.

Doch das Straßenverkehrsamt sieht die Lage anders – im Prinzip genau entgegengesetzt. Aus dessen Sicht „wird hier eher eine potenzielle Gefahrenquelle für Fußgänger als auch für Fahrzeugführer geschaffen“, heißt es in der Antwort. Dieses Schreiben datiert von Anfang April und ist den Hauptausschussmitgliedern der Lübbener Stadtverordneten in ihrer jüngsten Sitzung auf den Tisch gelegt worden.

Demnach versteht das Straßenverkehrsamt zwar die Sorge um die Fußgänger. Sie müssen, wollen sie die Berste an dieser Stelle überqueren, die Fahrbahn benutzen. Doch die Brücke sei „gut einsehbar“, heißt es. „Eine Prüfung der Unfallstatistik zeigte keine diesbezüglichen Auffälligkeiten.“ Das eigentliche Problem aber sieht die Behörde in den Breiten der Engstellen, die ihr wiederum zu schmal sind. „Der Fußgängerbereich würde maximal eine Breite von 1,10 Metern aufweisen.“ Die Fahrbahn wäre noch 3,50 Meter breit.

Besonders an den Gehwegmaßen scheiden sich die Geister. Während die Stadtverwaltung die Breite noch  im  Toleranzbereich sieht, wie es aus der Antwort hervorgeht, verweist das Straßenverkehrsamt auf eine Mindestbreite von 2,50 Metern, in „besonders begründeten Ausnahmefällen“ von 1,50 Metern.

„Im Zusammenhang mit einer nicht so schmalen Straßensituation und der Einbindung in ein Gehwegkonzept für die gesamte Ortschaft wäre eine derartige Baumaßnahme denkbar“, heißt es weiter. Geprüft werden müsste dann, ob Räumfahrzeuge noch durchpassen. Doch „unter Berücksichtigung der aktuellen Umstände“, schließt das Straßenverkehrsamt, „stellt sich keine Verbesserung der straßenverkehrsrechtlichen Situation dar“. Daher werde die Maßnahme nicht befürwortet, heißt es abschließend – auch mit Verweis auf die gebotene gegenseitige Rücksichtnahme im Straßenverkehr.