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| 02:50 Uhr

Schlüpfrige Frauentagsfeier im Lübbener Wappensaal

Die Kabarettistin Andrea Kulka war mit einem schlüpfrigen Frauentagsprogramm im Lübbener Wappensaal zu Gast.
Die Kabarettistin Andrea Kulka war mit einem schlüpfrigen Frauentagsprogramm im Lübbener Wappensaal zu Gast. FOTO: Andreas Staindl/asd1
Lübben. Frauentag kann man so oder so feiern. Eine Variante ist es, sich für einen Abend mit der Kabarettistin Andrea Kulka zu entscheiden. Andreas Staindl/asd1

Zahlreiche Frauen haben das am Samstagabend gemacht.

Die wenigen Männer - vielleicht eine Handvoll - hatten einen schweren Stand, mussten sich zumindest ein dickes Fell zulegen. Andrea Kulka nahm sie aufs Korn. Vor allem Hasi in der zweiten Reihe hatte es ihr angetan. Der graumelierte Herr mit Brille heißt nicht wirklich so. Doch weil er der Kabarettistin seinen Namen nicht verraten wollte, nannte sie ihn halt so.

Und das nicht nur einmal, sondern fortlaufend während des Programms. Andrea Kulka singt, witzelt, bringt die Leute zum lachen. Sie gräbt ein paar komische Bauernregeln aus - "stirbt der Bauer im Oktober, braucht er im November keinen Pullover" - lästert über Shoppingerlebnisse mit Männern: "Schade, dass man sie im Kaufhaus nicht abgeben kann."

Ihren Traummann hat sie da programmmäßig längst hinter sich gelassen, auch die Affäre mit ihrem Psychologen. Die Kabarettistin aus Cottbus schlüpft in unterschiedliche Rollen, gibt Einblick in ihr fiktives Eheleben - verkleidet als Mann-und natürlich mit einer Flasche Schnaps in der Hand. Sie bedient Klischees, niedere Instinkte. Und da war es dann auch - das böse "f-Wort", das Andrea Kulka für den Geschlechtsakt benutzt. Sie hat offenbar Spaß daran, sagt es gleich mehrfach, zelebriert ihre Wortwahl regelrecht.

Die Schauspielerin und Sängerin beherrscht den Umgang mit der spitzen Zunge, ist eine exzellente Wortvirtuosin. Sie hat es gar nicht nötig, sich auf Kosten von Besuchern zu amüsieren-doch sie tut es. Hasi zum Schluss mit einem Faultier zu vergleichen, muss nicht sein - bei aller künstlerischer Freiheit.

Andrea Kulka schafft es auch so, den Spaßpegel hoch zu halten. Etwa damit, wie sie den Inhalt ihrer Handtasche erklärt. Selbst das hat bei ihr etwas Schlüpfriges: "Warum gehen Frauen mit ihrer Handtasche auf die Toilette? Damit sie auch etwas in der Hand haben." Interessant. Die Kabarettistin hat ihr Publikum im Griff. Es schunkelt auf Kommando und lacht wie befohlen auf Ansage: "Ho, Ho, ho." Andrea Kulka rekrutiert ihre Gäste für die Bundeswehr und bereitet die Frauen auf den Wechsel von Lagerfeld zum Feldlager vor. Für wen das nichts ist, dem bleibt ja immer noch die Senioren-Wohngemeinschaft (WG), die Andrea Kulka zum Ende ihres Programms ins Spiel bringt. Nach rund zwei Stunden gibt es Beifall für sie und Simone Gehlsdorf am Klavier.