Der Wassermann bedankt sich bei der Hebamme mit Perlen für deren Hilfe. Junge Burschen tanzen mit den Töchtern des Wassermannes. Der Drachen schaut erwartungsvoll auf die goldenen Eier, aus denen sein Nachwuchs schlüpft. Diese und andere Szenen aus der sorbischen Sagenwelt sind in den vier Vitrinen zu sehen, die Regina Herrmann im Ausstellungsraum des Hauses der Begegnung in Burg mit ihren Figuren gefüllt hat.
Der Wassermann hat lange blau-grün glitzernde Haare, die Mittagsfrau wirkt mit ihrem schneeweißen langen Kleid freundlich, auch das Irrlicht ganz in Gold erweckt beim Betrachter Sympathie. „Für mich haben diese Sagenfiguren eine gute und eine schlechte Seite. Bei der Gestaltung bevorzuge ich das freundliche Gesicht“ , erzählt Regina Herrmann. Über 30 Puppen sind hier zu sehen. Der Drache ist metergroß, ebenso einer der vielen Wassermänner. Die meisten Puppen sind Handpuppen. An den Wänden hängen Bilderrahmen mit den Geschichten der Sagenfiguren. „Der Nix und der Bär“ , „Der Wassermann und die Hebamme“ beispielsweise. Regina Herrmann hat die Sagenfiguren zusätzlich gemalt, daneben hat sie ihre Erklärungen zu Mittagsfrau und Co gestellt. Die Künstlerin zeigt auch das Geschichtenbuch über Sagenfiguren, dass sie für Kinder geschrieben hat.
Bei der Ausstellungseröffnung erzählte Regina Herrmann, dass sie sich seit dem Jahr 1988 der sorbischen Sagenwelt verbunden fühlt. Damals hat sie im Sorbischen Museum in Bautzen eine Ausstellung gestaltet, wurde von der damaligen Leiterin Hanka Faske gebeten, große Figuren herzustellen. Mutig hat sie sich an diese Aufgabe gewagt. So begann ihre Auseinandersetzung mit den Lutkis, Nixen und Schlangenkönigen, die längst in Begeisterung, wenn nicht sogar Berufung umgeschlagen ist. „Ich bin begeistert von Wassermann, Mittagsfrau und den anderen Figuren. Über sie habe ich den Weg zur sorbischen Kultur gefunden, fühle mich heute eigentlich als Sorbin“ , sagte die Künstlerin von sich. Babette Zenker vom Heimatmuseum Dissen lobt die Dresdnerin in ihrer Laudatio zur Ausstellungseröffnung. „Durch ihre Gestaltung habe ich die Figuren ganz neu gesehen. Regina Herrmann macht nicht nur Puppen, sie erzählt Geschichten. Jede Sagenfigur von ihr hat viel Menschliches.“ Karsten Mickein aus Burg ließ am Eröffnungsabend seinen sorbischen Dudelsack erklingen und Gabi Eichhorst von der Burger Tourismusinformation betonte: „Die Sagen der Sorben sind hier in Burg lebendig, deshalb sind wir besonders froh über diese Ausstellung.“ Renate und Joachim Kämpfe waren extra aus Cottbus gekommen. „Wir sind neugierig auf die Künstlerin und ihre Figuren.“

Service Puppen-Ausstellung
 Die Puppen von Regina Herrmann sind bis zum 28. Februar im Haus der Begegnung zu sehen. Hier ist wochentags von 9 bis 16 Uhr geöffnet.