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| 18:25 Uhr

Gastronomie
Noch ist die Küche kalt im Schloss

Blich auf den filigran verzierten Ostgiebel und den Turm des Lübbener Schlosses.
Blich auf den filigran verzierten Ostgiebel und den Turm des Lübbener Schlosses. FOTO: Dörthe Ziemer / Stadtverwaltung Lübben
Lübben. Die Stadt sucht einen neuen Betreiber für die Gaststätte in historischem Ambiente.

Die Stele mit dem Hinweis „Schlossrestaurant“ im Park am Lübbener Ernst-von-Houwald-Damm weist unbeirrt in die Richtung des einst gastlichen Hauses. Doch seit Anfang des Jahres sind die Türen geschlossen. Der damalige Pächter hatte sich ohne Erklärung für Gäste, die Plätze gebucht hatten, zurückgezogen. In der Saison blieb das Restaurant geschlossen, das für gehobene Gastronomie bekannt war.

Zum 1. März 2018 soll nun das Haus wieder öffnen - so der Wunsch der Stadt Lübben. Es wird ein neuer Wirt gesucht, seit Anfang der Woche ist die Ausschreibung öffentlich gemacht. „Die Räume sollen zunächst für fünf Jahre verpachtet werden“, sagt Stadtsprecherin Dörthe Ziemer. Es werden fünf Gasträume mit rund 170 Quadratmeter Fläche zur Verfügung gestellt. Dazu kommt die Terrasse mit Blick auf die Schlossinsel. Neben weiteren kleinen Räumen kann auch der Schlossturmkeller mit etwas mehr als 70 Quadratmeter Fläche für den Gastronomiebetrieb genutzt werden. „Diese Räume bieten sich für die Bewirtung von Gruppen ebenso an wie für Hochzeiten und andere Feiern“, sagt Dörthe Ziemer. Bis zum 7. Dezember können nun interessierte Gastronomen ihre Bewerbungen bei der Stadtverwaltung abgeben.

Wenn auch der Name Schlossrestaurant und die Räume in historischem Gemäuer auf eine jahrhundertelange Tradition schließen lassen, so ist die Chronik der Gastronomie im Schlossbereich doch erheblich kürzer. „Das war hier ein vernachlässigtes Terrain“, sagt Museumsleiterin Christina Orphal. Das Stadt- und Regionalmuseum Lübben befindet sich in zwei Etagen über dem Restaurant. Die Eigentumsverhältnisse hätten über lange Zeit für eine von der Stadt abgehängte Entwicklung gesorgt. So habe sich der Schlossbezirk in Landeseigentum befunden, später im Eigentum des Landkreises. „Hier gab es nicht nur einen eigenen Wahlbezirk - auch einen eigenen Nachtwächter“, macht sie auf die Besonderheit aufmerksam. „Das war wie eine kleine Stadt für sich.“ Der Amtsvogt habe als Vertreter des Landesherrn gewirkt. Erst nach 1815 habe sich die Verbindung zur Stadt entwickelt.

Nach 1945 war das Schlossareal dem Verfall preisgegeben. Erst Anfang der 1980er sei begonnen worden, in das Gebäude zu investieren, so Christina Orphal. Das Eheschließungszimmer wurde eingerichtet, der Wappensaal wieder zugänglich gemacht. Seit Anfang der 1980er Jahre bewirtschaftete dann Gastwirt Arno Buchholz zunächst den kleinen Weinkeller. „Das war nicht mehr als ein Stammtisch“, erinnert sich Christina Orphal.

Arno Buchholz und seine Frau führten das Haus dann über Jahrzehnte erfolgreich. 2013 gab er die Pacht ab und es wurde ein neuer Pächter gesucht. Es kam die Zöllmersdorfer Schokoladen-Manufaktur, die dann einem Beeskower die Geschäftsführung übergab. Interessierte Gastronomen können sich nun unter www.luebben-rathaus.de informieren.

Das Restaurant im Schloss soll einen neuen Pächter bekommen.
Das Restaurant im Schloss soll einen neuen Pächter bekommen. FOTO: Ingrid Hoberg / LR