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| 18:41 Uhr

Lübben
Werkstatt und Walei in Lübben

Ostereier selbst gestalten – das kam an bei den Besuchern der Osterwerkstatt. Vor allem der Nachwuchs hat das Angebot am Ostersamstag auf der Schlossinsel in Lübben genutzt.
Ostereier selbst gestalten – das kam an bei den Besuchern der Osterwerkstatt. Vor allem der Nachwuchs hat das Angebot am Ostersamstag auf der Schlossinsel in Lübben genutzt. FOTO: Andreas Staindl
Lübben. Schlossinsel und Spreewald-Info boten zahlreiche Angebote aus Tradition und Moderne Von Andreas Staindl

Eier gehören zu Ostern dazu. Man kann sie essen, aber auch verzieren und kullern lassen. Möglich war das am Ostersamstag auf der Schlossinsel in Lübben. Mit der Osterwerkstatt und der Waleie gab es dort gleich zwei Angebote, die Besucher neugierig machten und anlockten.

Anton Bauer aus Dresden ist auf das Waleien aufmerksam geworden. Er versucht, das Spiel zu verstehen. Ein Junge lässt gerade ein bunt gefärbtes Ei den kleinen Sandhügel hinab kullern. Das Ei nimmt Fahrt auf, überwindet eine kleine Senke, dreht sich an einem Blumenstrauß vorbei und berührt schließlich auf dem Weg nach unten ganz leicht ein weiteres Ei. Der Junge freut sich, denn beide Eier gehören jetzt ihm.

Er lässt sie erneut den Hang hinab kullern, in der Hoffnung, dass sie weitere Eier berühren. Anton Bauer lächelt, sagt: „Ein schönes Spiel, das ich so noch gar nicht kannte.“

Auch für andere Zuschauer war das Eierrollen Neuland. Das Waleien ist einer der traditionellen Osterbräuche im Spreewald. Bianka Grawunde weiß das. Sie ist Erzieherin in der Spreewaldkita: „Brauchtum und Traditionen spielen eine große Rolle bei uns.“ Die Spreewaldkita sichert deshalb organisatorisch schon seit Jahren das Waleien zu Ostern auf der Schlossinsel als Teil der Angebote ab. Mitglieder der Freiwilligen Feuerwehr in der Kreisstadt hatten auch diesmal den Sandhügel angelegt.

700 bunt gefärbte Eier hatte ein Einkaufsmarkt in Lübben-Ost spendiert und damit den Spaß für Jung und Alt gesichert. „Das Interesse ist in diesem Jahr besonders groß“, sagt Bianka Grawunde.

Sie freut sich darüber, denn der Erlös des Eierkullerns wird ihr zufolge in neue Trachten für die Kindertanzgruppe „Lutki“ der Spreewaldkita investiert. Gerade lässt eine ältere Dame ein rotes Ei hinabkullern. Sekunden später reckt sie ihre Arme in die Höhe. Ihr Ei hat gleich zwei andere Eier berührt.

Der Osterhase freut sich mit ihr. Kristin Jacob steckt in dem Kostüm, sehr zur Freude vor allem der jüngeren Besucher. Sie ist ebenso Erzieherin in der Spreewaldkita wie Antonia Lanto, die ihre schmucke Spreewaldtracht angelegt hat. Gäste bitten sie um ein Foto. Antonia Lanto willigt gern ein. „Es ist eine Ehre für mich, die Tracht präsentieren zu dürfen“, sagt sie. „Ich bin richtig stolz darauf. Wir jungen Leute sind doch diejenigen, die das Brauchtum des Spreewalds fortführen und erhalten müssen. Ich trage gern meinen Teil dazu bei.“ Während des Eierrollens war sie eine begehrte Gesprächspartnerin und damit Botschafterin der Lagunenlandschaft.

Auch in der Osterwerkstatt in der Galerie des Spreewald-Service Lübben kamen sich Akteure und Gäste schnell näher. Die professionell verzierten Ostereier machten neugierig. Karin Moser erklärte Interessierten geduldig die Wachstechnik, mit der Ostereier schon seit Generationen im Spreewald verziert werden und welche Bedeutung die einzelnen Muster haben. Das eine oder andere verzierte Ei wechselte den Besitzer. Der Nachwuchs vor allem versuchte sich selbst. So entstanden zahlreiche kreativ gestaltete Eier in der Osterwerkstatt.

Lena nahm stolz ihr Osterei mit nach Hause. Das Mädchen hatte es nach ihren eigenen Vorstellungen gestaltet und verraten, dass das Ei für ihre Oma ist: „Ich denke, sie wird sich freuen.“

Ostern in Lübben war für alle Generationen spannend. Wer wollte, konnte in der Osterwerkstatt auch Frauen bei der Handarbeit zuschauen, im kleinen Ostermarkt in der Spreewald-Service Lübben stöbern, aber auch mit Lübbens Türmerin Vera Städter den Türm an der Paul-Gerhardt-Kirche hinaufsteigen und der Kreisstadt quasi aufs Dach schauen. Die Türmerin hatte zudem zur Märchenstunde mit Laternenwanderung eingeladen.

Schon am Karfreitag ging es mit dem Nachtwächter durch die Gassen und Wirtshäuser in Lübbens Stadtzentrum. Das Osterglühen am Samstag auf dem Festplatz in der Majoransheide, der Osterbrunch am Sonntag im Gasthaus „Lehnigks­berg“ sowie im Gasthaus „Burglehn“ – dort am Sonntag und Montag – waren weitere Höhepunkte am Osterwochenende in Lübben.