Ohne es zu ahnen, waren die Oberschüler der Spreewaldschule bei ihrer Zeugnisausgabe Zeugen einer Premiere. Erstmals erklang eine Phonola in Lübben. Wolfgang Heisig spielte im Wappensaal auf dem Instrument, das genau genommen ein mechanischer Klavierspielautomat ist, sogar eigene Stücke.
Die Phonola ist ein mechanischer Klaverspiel-Apparat, mit dem Tonkombintionen möglich sind, die ein Pianist nicht leisten kann.
Die Phonola ist ein mechanischer Klaverspiel-Apparat, mit dem Tonkombintionen möglich sind, die ein Pianist nicht leisten kann.
© Foto: Katrin Kunipatz
Die Phonola fasziniert schon allein beim Anblick. Die Apparatur steht direkt vor dem Flügel, daran sitzt Heisig. Gesteuert wird die Technik mit einem gelochten Papierstreifen, der den Mechanismus in Bewegung setzt. Druckluft bewegt die einzelnen Hebel, die jede einzelne Taste auf dem Klavier spielen können. Auf diese Weise seien Tonkombinationen möglich, die ein einzelner Pianist oder selbst zwei nicht spielen könnten, so Heisig. „Und genau das ist die Legitimaiton für die Phonola“, sagt er.
Das Instrument fasziniert den Lübbener schon seit vielen Jahren. Aber erst nach der politischen Wende konnte er eins erwerben. Seitdem gehört er zu einer kleinen Gruppe von gerade mal 20 Musikern, die darauf spielen.

Selbstkomponiertes Phonola-Stück erstmals in Lübben

Als Komponist hat er auch schon Stücke extra für dieses Instrument geschrieben. Eins davon war auch zur Zeugnisausgabe zu hören und trägt passenderweise den Titel „Geschafft“. Während des Spiels kann sich Wolfgang Heisig aber nicht etwa zurücklehnen und den Apparat machen lassen. Über Pedale und zwei Schieber reguliert er Geschwindigkeit, Lautstärke und damit die Dynamik des Spiels.
Der Lübbener Wappensaal und überhaupt ein Auftritt in Lübben ist für Wolfgang Heisig eine Premiere, selbst wenn er mit der Phonola schon in Deutschland, Frankreich, der Slowakei oder der Schweiz gespielt hat. Er freut sich
und die Oberschüler und deren Eltern erlebten eine festliche musikalische Begleitung dieses besonderen Moments.