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Schlimme Piste: Lübbener Straße wird Thema

Schlaglöcher von acht bis zehn Zentimetern Tiefe, dicht an dicht – das ist die Straße Zum Kanal in Lübben. Anwohner wie Karin Schreiber und andere machen auf den Missstand aufmerksam.
Schlaglöcher von acht bis zehn Zentimetern Tiefe, dicht an dicht – das ist die Straße Zum Kanal in Lübben. Anwohner wie Karin Schreiber und andere machen auf den Missstand aufmerksam. FOTO: Ingvil Schirling
Lübben. Die Lübbener Straße "Zum Kanal" als Holperpiste zu bezeichnen, wäre noch geschmeichelt. Wer bei und nach Regenwetter dort entlang gehen will, ist mit Gummistiefeln gut beraten. Ingvil Schirling

Schlagloch reiht sich an Schlagloch, im Falle des Falles randvoll mit Wasser. Ein Zustand, der seit Jahren andauert. Dr. Heinrich Reinhold reichte es jetzt. Er nutzte die Einwohnerfragestunde der jüngsten Stadtverordnetenversammlung, um auf die Problematik aufmerksam zu machen.

Seit 20 Jahren wohne er dort, und die Straße sei in einem katastrophalen Zustand. Nach den zwei Tagen Regenwetter in der vergangenen Woche sei sie nicht mehr begehbar gewesen. "Es gab schon einmal Versuche zur Verbesserung", sagte er rückblickend. Anwohner hätten die Sache selbst in die Hand genommen und eine Baufirma gesucht, die eine Schwarzdecke über die sandgeschlemmte Oberfläche gezogen hätte. Die überschaubare Summe hätten die Bewohner selbst bezahlt. Doch die Idee sei von der Stadtverordnetenversammlung abgelehnt worden. "Das stimmt", nahm Bauamtsleiter Frank Neumann dazu Stellung. "Ich kann ihm da nur Recht geben."

Die Idee der Anwohner, so Neumann weiter, sei es damals gewesen, eine Asphaltdecke auf die planierte Oberfläche aufbringen zu lassen. Doch das sei kein sachgerechter Ausbau und beinhalte auch keine Gewährleistung. Daher sei dieser Plan damals abgelehnt worden. Pläne für den Straßenausbau gab es auch von Seiten der Stadt, wie umgekehrt Reinhold auf LR-Nachfrage ergänzt. 190 000 Euro hätte ein grundhafter Ausbau auf mehr als vier Metern breite mit Wendehammer gekostet. Doch die hohen Anwohnerbeiträge schreckten ab. So kam es nicht zum Ausbau.

Stattdessen wird die Straße zweimal im Jahr geschoben. Das bedeutet, die sandgeschlemmte Oberfläche wird geglättet, die Schlaglöcher werden dabei eingeebnet. Doch das, so Neumann, habe beim derzeitigen Wetter kaum Sinn. Anwohnerin Karin Schreiber findet das auch aus wirtschaftlicher Perspektive auf lange Sicht nicht sinnvoll. Denn die ständige Ausbesserung kostet ja ebenso Geld. Über die Jahre dürfte eine stattliche Summe zusammengekommen sein. Aufgeben wollen Verwaltung und Anwohner allerdings nicht. "Es gibt mehrere Beschwerden", so Neumann. Derzeit sei ohnehin die Prioritätenliste der Bauvorhaben für den Fachausschuss in Bearbeitung. In diesem Zusammenhang könne ein Ausbau der Straße erneut diskutiert werden, stellte Neumann in Aussicht. Den Zustand, wiederholte er am Ende seiner Ausführungen vor den Stadtverordneten, sehe er ebenso kritisch. "Bei dem Wetter ist das Ausbessern aber vertane Liebesmüh'."