| 17:22 Uhr

Traditioneller Preismaskenball
Überraschungen hinter phantasievoller Verkleidung

Der Preismaskenball in Schlepzig hat am zweiten Samstag im Januar Tradition.
Der Preismaskenball in Schlepzig hat am zweiten Samstag im Januar Tradition. FOTO: Jürgen Harnath
Schlepzig. Schlepzig feierte traditionellen Maskenball. „Zloupsti Pantomimi“ und die „Schlepziger Lego-Familie“ erhielten erste Preise.

Mit dem Preismakenball in der Gaststätte „Zum Unterspreewald“ gab es am zweiten Januarsamstag einen ganz besonderen Anlass zu feiern. Angefangen hatte alles 1948, als Opa Horst Künzel auf die Idee kam, das dörfliche Leben in den schweren Nachkriegsjahren mit einem Maskenball etwas zu erleichtern. „Eigentlich wäre es dieses Jahr der 70. Maskenball, aber in den 1950er Jahren musste er einmal wegen Maul-  und Klauenseuche.ausfallen. So haben wir  2019 Jubiläum“, erklärte Michael Künzel, Gastwirt in der siebenten Generation.

Die Vorbereitungszeit ist immer geheimnisvoll. Keiner verrät vorab, wer am Abend unter welcher Maske stecken wird. Man gibt sich erst nach der Preisverleihung zu erkennen. „Es ist jedes Jahr spannend, wer sich was ausgedacht hat. Wir erleben immer wieder Überraschungen. Das Publikum wird über die schönste und die originellste Maske entscheiden“, sagte Jörg Tschirschke, stellvertretender Vorsitzender des Fastnachtsvereins.

Bereits um 18.30 Uhr warteten  die ersten Gäste mit Spannung auf die verkleideten Akteure. Kurz vor 20 Uhr war es soweit. Unter lautem Hallo und Beifall kam „die Schlepziger Lego-Familie“ in den Saal und sorgte mit ihrer lustigen Tanzdarbietung beim Publikum sofort für Stimmung. Nun gab es auch für die anderen Maskenträger kein Halten mehr. Rund vierzig Masken füllten die Tanzfläche und sorgten auch bei den Gästen für so manchen Lacher.

So auch bei Joachim und Elke Herbach aus Gummersbach. Sie hatten am Nachmittag eine winterliche Kahnfahrt unternommen und wollten in der Schlepziger Gaststätte eigentlich nur etwas essen, blieben dann aber. „So etwas wie hier schaffen bei uns nur professionelle Karnevalsvereine, wenn überhaupt. Die Masken sind ganz, ganz toll“, sagte Elke Herbach.

Auch in diesem Jahr konnte man wieder mit viel Liebe und Fantasie gestaltete Kostümierungen bewundern. Da waren zum Beispiel „Sagengestalten aus dem Spreewald“, die „Schlepziger Denkmalpfleger“ und der „Troatsch oan de Milchroampe“ unterwegs oder auch die „Schlepziger Waschweiber anno 1930“. Bei dieser vielfältigen und einfallsreichen Präsentation fiel es dem Publikum schwer, über die Sieger in den beiden Kategorien zu entscheiden. Dann standen sie aber doch fest. Die Jury kürte die „Zloupsti Pantomimi“ als schönste Masken und die „Schlepziger Lego-Familie“ als originellste Masken.