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| 11:47 Uhr

Prost mit Selbstgebrautem
Schlepzig braut jetzt sportlicher

 Nur bei der Einweihung des Hopfentrums am Mittwoch zapfte Braumeister Uwe Zech Bier direkt aus dem Lagertank.
Nur bei der Einweihung des Hopfentrums am Mittwoch zapfte Braumeister Uwe Zech Bier direkt aus dem Lagertank. FOTO: LR / Katrin Kunipatz
Drei Jahre liegen zwischen der ersten Idee und dem ersten im neuen Hopfenturm gebrauten Bier. Ganz fertig ist der über eine Millionen teure Bau aber trotzdem noch nicht. Von Katrin Kunipatz

Das Bierbrauen in Schlepzig ist sportlicher geworden. 66 Stufen muss Braumeister Uwe Zech nach oben steigen, bis er aus dem Erdgeschoss im Malzlager unter dem Dach des Hopfenturms steht. „Ich bin oben tatsächlich etwas außer Atem“, gesteht er.

Beim ersten Rundgang durch den neu gebauten Hopfentrum gab es für ihn zumindest beim Treppensteigen auf jeder Etage eine kleine Pause. Genutzt hat sie der Braumeister, um den rund 50 Besuchern die vielen Neuerungen in der Spreewälder Privatbrauerei zu erläutern. Denn von den Treppen einmal abgesehen, sind viele Dinge rund ums Brauen, Lagern und Reinigen einfacher geworden.

Alle Tanks, in denen das Bier gärt oder lagert, können über eine zentrale Reinigungsanlage per Knopfdruck gesäubert werden. Dank der 80 bis 90 Grad Celsius heißen Lauge, würden so Ablagerungen entfernt, für die zuvor jemand in die Tanks klettern musste, so Zech. Effektiver seien auch die mantelgekühlten Tanks, in denen die Temperatur des Bieres genau angepasst werden könne. Bei der Hitze in den vergangenen Tagen sei dies sehr wichtig gewesen. Das frisch geschrotete Malz – zwischen 275 und 350 Kilogramm pro Sud – transportiert ein Rohrkettenförderer direkt ins Sudhaus, erklärt Zech. Die Treber genannten Reste werden ebenfalls automatisch abtransportiert.

Nur so ist es für die drei Mitarbeiter – Braumeister Uwe Zech, den neu eingestellten Jungbrauer Thoralf Paulick und den gerade ausgelernten Jungfacharbeiter Jan Dehning – möglich, die dreifache Menge Bier herzustellen. Statt bisher 150 000 Liter sollen in Zukunft 450 000 Liter Bier pro Jahr in Schlepzig gebraut werden, so Zech. Dafür musste die Lagerkapazität erweitert werden. Die Tanks im Lagerkeller stehen jetzt dichter beieinander, und im neuen Hopfenturm wurden in der zweiten Etage weitere Tanks mit einem Fassungsvermögen von 3000 Litern aufgestellt. „Zwei Tage braucht es, bis ein solcher Tank gefüllt ist“, erklärt der Braumeister beim Rundgang. Danach muss das Bier noch einmal vier bis fünf Wochen reifen, bevor es ausgeschenkt werden kann. Dies passiert im Moment wieder in Schlepzig und den drei Hotels, mit denen die Brauerei zusammenarbeitet. Weitere 30 Gastronomiebetriebe könnten in Zukunft ebenfalls handgemachtes Fassbiere aus Schlepzig beziehen.

Für Braumeister Uwe Zech ist mit dem Hopfenturm ein weiterer Wunsch in Erfüllung gegangen. Statt den vier bekannten Sorten kann er jetzt zusätzlich zwei Sonderbiere herstellen. „Dies könnte ein Monatsbier oder ein Weihnachtsbier sein“, sagt er. Die ersten Gedanken dazu gab es vor drei Jahren. Viele Monate Planung gingen ins Land, bis im Oktober 2018 die Bauarbeiten begannen. Und obwohl der Winter mild war, gab es Verzögerungen. Statt im April konnte deshalb erst Anfang Juli das erste Fass Schlepziger Bier bei der Eröffnung des Hopfenturms angestochen werden.

Die Bauarbeiten sind aber noch nicht beendet. Im hinteren Bereich wird an der Fassade gearbeitet, und die Außenanlagen werden wohl erst im nächsten Jahr fertig sein, schätzt Jungbrauer Paulick ein. Dann sind mehr als die ursprünglich geplanten eine Million Euro in das Brauhaus investiert worden.

 An der Fassade des Hopfenturms wird noch gearbeitet, während drin bereits Bier reift.
An der Fassade des Hopfenturms wird noch gearbeitet, während drin bereits Bier reift. FOTO: LR / Katrin Kunipatz
 Nur bei der Einweihung des Hopfentrums am Mittwoch zapfte Braumeister Uwe Zech Bier direkt aus dem Lagertank.
Nur bei der Einweihung des Hopfentrums am Mittwoch zapfte Braumeister Uwe Zech Bier direkt aus dem Lagertank. FOTO: LR / Katrin Kunipatz
 An der Fassade des Hopfenturms wird noch gearbeitet, während drin bereits Bier reift.
An der Fassade des Hopfenturms wird noch gearbeitet, während drin bereits Bier reift. FOTO: LR / Katrin Kunipatz