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Schaudreschen lockt Gäste des Erntedankfestes an

Schaudreschen war einer der Höhepunkte des Erntedankfests am Wochenende in Straupitz.
Schaudreschen war einer der Höhepunkte des Erntedankfests am Wochenende in Straupitz. FOTO: A. Staindl/asd1
Straupitz. Das Spreewälder Erntedankfest hat jetzt zum zehnten Mal in Straupitz stattgefunden. Der Fremdenverkehrsverein und die Gemeinde luden ein. Zahlreiche Besucher haben mitgefeiert. Andreas Staindl / asd1

Wenn die Ernte eingebracht ist, wird gefeiert. Das ist so Tradition. Der Kirchgang gehört dazu. Er war der Auftakt des zehnten Erntedankfests in Straupitz. Von der Schinkel-Kirche ging es für zahlreiche Besucher gleich aufs benachbarte Festgelände. Dort stimmten "Die Spreewälder Jungs" die Gäste musikalisch ein.

Das Interesse schon zu Beginn des Fests war recht groß. Bei den Besuchern blieb die eigene Küche offenbar kalt. Klar, denn auch kulinarisch wurde einiges geboten. Es gab Herzhaftes, aber auch verführerisch Süßes. "Hm, die Plinse schmecken lecker", sagt Doris Pohlenz. "Ich gönne mir noch einen." Die Urlauberin aus Sachsen war mit einer Gruppe Radler da. Einige von ihnen ließen sich von Reinhard Schultke in den Bann ziehen. Der Imker aus Drewitz (Spree-Neiße) berichtete Spannendes über Bienen.

Ganz in der Nähe baute Rainer Brost seine mobile Kegelbahn auf. Als Kegel dienten dem Straupitzer Rüben - passend zum Erntedankfest. Wer wollte, konnte an seinem Stand auch Jonglieren oder Balancieren, die eigene Geschicklichkeit ausprobieren. Ein paar Meter weiter war Wettmelken möglich - ein Wettbewerb, der einfach aussieht, es aber nicht ist.

In der Nachbarschaft lief plötzlich eine Maschine an. Besucher wurden neugierig, kamen näher. Schaudreschen war angesagt. "Mein Opa hat mir davon erzählt", sagt die Berlinerin Elisa Roth, "gesehen habe ich so etwas jetzt aber zum ersten Mal. Es ist interessant, scheint aber nicht ganz leicht gewesen zu sein."

Ernte in früheren Jahren war immer auch viel Handarbeit. Während des Schaudreschens packten gleich mehrere Männer kräftig zu. Wie war eigentlich die Ernte in diesem Jahr? Eine Antwort gaben Bauern der Region. Sie beteiligten sich mit Kartoffeln, Kürbis, Rüben und Zucchini am Wettbewerb um die schwersten Früchte. "Boah, ist das ein dickes Ding!" Ein älterer Herr stupst seine Frau in die Seite, zeigt auf einen der Kürbisse neben der Waage. Fast 80 Kilogramm wiegt der Kürbis. Zwei Männer müssen ordentlich zupacken, um ihn zu bewegen.

Ein Mädchen hat die große Rübe entdeckt. "Das ist bestimmt die Rübe aus dem gleichnamigen Märchen", sagt sie schmunzelnd. Auch die Kartoffeln machen Eindruck. Die schwersten wiegen weit über ein Kilogramm. "Solche Kartoffeln sind super", sagt der kleine Tim zu seiner Mutter, "denn dann brauche ich nur noch eine Kartoffel zu essen und bin satt."

Die dicken Dinger sind ein beliebtes Fotomotiv, ebenso die Leinölfee, mit der sich zahlreiche Besucher fotografieren lassen.

Auch kulturell hatte das zehnte Erntedankfest einiges zu bieten. Die Trachtentanzgruppe Straupitz präsentierte sich ebenso wie die Seilakrobaten "Rope Skipping", der singende Spreewaldwirt und Manuel Meier mit seiner steirischen Harmonika.

Den Gästen wurde zudem Wissenswertes über Herbstfrüchte vermittelt. Und es gab eine Früchtemodenschau. Zudem wurde die schönste Erntekrone prämiert. Das zehnte Spreewälder Erntefest war ein Fest zum Schauen, Mitmachen und Genießen.