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Lieberoser Heide
Schatzkammer der Evolution zerfurcht

Solche Spuren hinterlassen illegale Motocross- und Quadfahrer im Wildnisgebiet in der Lieberoser Heide. Hinweise zur Identifizierung von illegalen Fahrern werden von der Stiftung entgegengenommen.
Solche Spuren hinterlassen illegale Motocross- und Quadfahrer im Wildnisgebiet in der Lieberoser Heide. Hinweise zur Identifizierung von illegalen Fahrern werden von der Stiftung entgegengenommen. FOTO: Stiftung Naturlandschaften
Lieberose. Große Flächen, auf denen sich die Natur frei entwickeln kann, gibt es kaum noch. Die Lieberoser Heide ist eine solche Wildnisfläche, die von der Stiftung Naturlandschaften Brandenburg erhalten und entwickelt wird. Ingrid Hoberg

Große Flächen, auf denen sich die Natur frei entwickeln kann, gibt es kaum noch. Die Lieberoser Heide ist eine solche Wildnisfläche, die von der Stiftung Naturlandschaften Brandenburg erhalten und entwickelt wird. Doch nicht nur auf Naturfreunde, auch auf Motocross- und Quadfahrer wirkt dieses Gelände offenbar anziehend. So ist erst kürzlich von Revierförstern und Mitarbeitern der Stiftung Naturlandschaften Brandenburg eine größere Gruppe von Quadfahrern beobachtet und gestellt worden, teilt die Wildnisstiftung mit. Es läuft gegenwärtig ein Verfahren. Unerlaubte Aktivitäten auf diesen Flächen sind eine Ordnungswidrigkeit, die mit mehreren Hundert Euro Strafe belegt werde, teilt die Stiftung mit.

"Der Schaden für Tiere und Pflanzen durch Lärm und Fahrspuren ist nicht wieder gut zu machen", sagt Jenny Eisenschmidt, Liegenschaftsbeauftragte der Stiftungsfläche Lieberose. Doch die Fahrer begeben sich auch selbst in Gefahr, denn der ehemalige Truppenübungsplatz ist immer noch munitionsbelastet. Das führe dann auch dazu, dass das Gelände für Rettungskräfte schwer zugänglich sei. Es habe in der Vergangenheit bereits einen Unfall gegeben, bei dem ein verletzter Fahrer nicht überlebte, so die Stiftung.

Wer die Lieberoser Heide als Rückzugsraum für seltene Tier- und Pflanzenarten, als Schatzkammer der Evolution kennenlernen will, hat dazu verschiedene Möglichkeiten. So gibt es ausgeschilderte Anlaufpunkte wie den Feldherrenhügel. Und bei geführten Wanderungen ist Gelegenheit, die Natur zu erleben und Interessantes zu erfahren.

So findet am Samstag, 14. Oktober, eine Führung zum Thema "Militärhistorische Relikte" statt, die von Historiker Dr. Andreas Weigelt und Jenny Eisenschmidt geleitet wird. Besichtigt werden bedeutende militärische Standorte, an denen die Geschichte des ehemaligen sowjetischen Truppenübungsplatzes noch ablesbar ist. Treff ist um 10.30 Uhr in Lieberose im Schlosshof 1. Die Exkursionspunkte werden mit den privaten Pkw der Teilnehmer bereist.

Eine Anmeldung ist erforderlich unter Telefon 033671 32788 oder per E-Mail: eisenschmidt@stiftung-nbl.de.