ANZEIGE
ANZEIGE
ANZEIGE
| 17:33 Uhr

Tschernobyl-Kinder treten Heimreise an
Sbasibo und do swidanja!

Bei der Verabschiedung auf dem Lübbener Parkplatz lagen sich die Gasteltern sowie weißrussische und deutsche Kinder in den Armen.
Bei der Verabschiedung auf dem Lübbener Parkplatz lagen sich die Gasteltern sowie weißrussische und deutsche Kinder in den Armen. FOTO: LR / Steven Wiesner
Lübben. Ferienkinder aus Tschernobyl reisen ab und lassen ein paar Tränen da.

Nun sind sie wieder weg. Am Montag haben sich die Ferienkinder aus Tschernobyl, die die vergangenen drei Wochen im Spreewald verbracht haben, verabschiedet. Sbasibo und do swidanja! Danke und auf Wiedersehen! Mitgenommen haben sie viele Erinnerungen – und dagelassen so viele Tränen, dass der Wert von Taschentüchern kurzerhand immens gestiegen sein dürfte.

Zum 29. Mal hat der „Lübbener Kinderhilfsverein für Tschernobyl“ bereits Waisen aus dem Bezirk Minsk in die Region geholt, um ihnen hier eine unbeschwerte Sommerzeit bieten zu können. 28 Kinder waren es in diesem Jahr, die sich über Ausflüge ins Tropical Islands, den Lübbener Kletterwald, den Filmpark Babelsberg oder eine Segelbootstour in Wildau freuen durften. „Es war auch beim 29. Mal wieder eine schöne Erfahrung“, sagt die Ehrenvorsitzende des Vereins, Brigida Melzer. „Natürlich gibt es auch immer wieder mal kleine Problemchen wie mit allen Kindern, zumal unsere Kinder nicht immer auf der Sonnenseite gestanden haben. Aber es lief alles wunderbar.“

Auch sechs Gastfamilien, die zum ersten Mal Kinder aus Tschernobyl aufgenommen haben, konnte der Verein in diesem Jahr willkommen heißen. „Die waren alle begeistert“, sagt Melzer. Wenngleich immer mal wieder neue Gasteltern auf den Kinderhilfsverein und seine Initiative aufmerksam werden, wird Brigida Melzer nicht müde zu betonen, dass die Organisation weiterhin auf Unterstützung angewiesen ist. Personeller, aber auch finanzieller Art. Denn ein Austausch wie dieser mit all seinen Aufwendungen kostet den Verein 15 000 Euro. „Wir haben viele Spenden bekommen, unter anderem hat das Sanitätshaus Steffan aus Lübben zwei Rollstühle für zwei behinderte Kinder angefertigt, die sie nun mit nach Weißrussland nehmen können“, sagt Melzer. Man sei gut über die Runden gekommen. Aber den Austausch soll es eben auch noch ein 30. Mal geben.

Doch zunächst sieht man sich schon im November wieder. Melzer: „Dann fahren wir mit unserem Schokoladentransport nach Weißrussland und übergeben den Kindern gesammelte Schokolade.“