Innerhalb der Städtebausanierung ist in Lübben im vergangenen Jahr der dritte Bauabschnitt der Marktplatzneugestaltung realisiert worden. Er umfasste den Bau der östlichen Straße am Marktplatz ebenso wie das Projekt, der Fläche rund um die Paul-Gerhardt-Kirche ein neues Gesicht zu geben. Dabei wurde auch die Außensanierung des Kirchenschiffes abgeschlossen. Dafür waren noch die Schächte, die zum Austrocknen des Mauerwerks ausgehoben worden waren, zu verfüllen und abzudecken.
Außerdem wurde im Jahr 2006 mit Mitteln der Städtebausanierung ein privates Vorhaben verwirklicht: Die Fassade des roten Ziegelhauses in der Badergasse, dem einzigen dieser Art im Zentrum, ist auf Vordermann gebracht worden. Es erhielt neue Fenster und ein neues Dach. Die vor ihm stehenden unschönen Garagen und Schuppen wurden abgerissen. Außerdem soll noch sein Hof gestaltet werden. Bettina Brandt geht davon aus, dass diese Arbeiten im ersten Quartal dieses Jahres abgeschlossen sein werden.
Vorbehaltlich der Empfehlung des Bauausschusses der Stadtverordnetenversammlung in zwei Wochen sollen in diesem Jahr folgende Projekte in Angriff genommen werden: „Wir wollen die Sanierung des Privathauses Breite Straße 26 fortsetzen“ , sagt Bettina Brandt. Weiterhin sei vorgesehen, den alten und nicht mehr gebrauchten Trinkwasserbrunnen zu entfernen, der sich an der Wohngebietsstraße befindet, die die Geschwister-Scholl-Straße mit der Sternstraße verbindet. „Das Gelände soll verfüllt und dann dem Eigentümer der benachbarten Wohnblocks übertragen werden, damit es von ihm ansprechend gestaltet werden kann.“
Vorgesehen ist laut Bettina Brandt der Abriss des Kaufhauses am Brückenplatz. „Damit wollen wir zwar erst im Januar 2008 anfangen, aber mit dem Geld aus diesem Jahr, das bis zum Februar 2008 ausgegeben sein muss.“ Rathaus-Sprecherin Hannelore Tarnow fügt an, dass die Stadt daran interessiert sei, ein Kaufhaus wie das NKD im Zentrum zu behalten , aber nicht im bisherigen Gebäude. Allerdings könne die Stadt die für solch eine Verkaufseinrichtung notwendige Fläche nicht anbieten. Durch den Abriss würden bis zu acht Parzellen Bauland für weitere Wohn- und Geschäftshäuser gewonnen.
Außerdem zähle zu den Vorhaben 2007 etwas, „das wir schon ganz lange geplant haben: der Kinderspielplatz an der Ecke Am Schutzgraben/Am kleinen Hain“ , erklärt Bettina Brandt. Die Einwohnerstatistik für die Innenstadt belegt Hannelore Tarnow zufolge, dass durchaus der Bedarf für einen Spielplatz da ist. „Außerdem gehört er zur Grundausstattung der Infrastruktur in einem Sanierungsgebiet einfach dazu und wir haben jetzt eine gute Gelegenheit, dieses alte Ziel von uns zu erreichen“ , fügt Bettina Brandt an. Denn das Zentrum wie auch das Schlossensemble sollen im Paul-Gerhardt-Jahr keine Baustellen sein.
Das wird sich in den folgenden Jahren ändern. Bis zum Jahr 2012 - so lange läuft das Programm der Städtebausanierung für Lübben - ist noch geplant, Kirch- und Schlossturm einer Verjüngungskur zu unterziehen, ebenso die Straßen Am kleinen Hain, die Brauhaus- und die Kirchgasse sowie die Kirchstraße. Auch die Spreebrücke, die die Haupt- mit der Breiten Straße verbindet, steht auf der Liste der Vorhaben. „Im Zusammenhang mit der Sanierung der Hauptstraße hatten wir sie uns schon 1995 angesehen“ , erinnert sich Bettina Brandt. Damals sei der Straßenzustand auf der Brücke als noch recht gut eingeschätzt worden. „Aber das ist mittlerweile elf Jahre her, und allmählich wird es dringend, dort etwas zu unternehmen, zumal es sich um die Eingangssituation zum Zentrum handelt.“
All diese Vorhaben bis zum Jahr 2012 stehen im Sanierungsplan, der beim zuständigen Landesamt abzugeben gewesen sei, erzählt Bettina Brandt. In der Antwort, die sie in der ersten Januarwoche bekommen habe, „bescheinigt die Behörde, dass wir eine ,plausible Sanierungsstrategie' verfolgen.“