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Saisonstart der Biker: Seniorin auf dem Trike und Pfarrer auf der Ducati

Christa Roblick ist ein Hingucker mit ihrem Trike. Die 67-Jährige aus Calau war eine der 20 Teilnehmer und Teilnehmerinnen des Bikergottesdienstes gestern in Krugau.
Christa Roblick ist ein Hingucker mit ihrem Trike. Die 67-Jährige aus Calau war eine der 20 Teilnehmer und Teilnehmerinnen des Bikergottesdienstes gestern in Krugau. FOTO: Andreas Staindl/asd1
Krugau. Der Bikergottesdienst am Sonntagvormittag in Krugau (Märkische Heide) hatte die erhoffte Resonanz. Etwa 20 Motorradfahrer und ähnlich viele Gäste waren gekommen. A. Staindl/asd1

Zwar ist deren Zahl mit 20 überschaubar, doch deutlich höher als in den Jahren zuvor. Bernd Lehmann war deshalb auch "ganz zufrieden". Zum vierten Mal hatte der Cheforganisator Motorradfahrer zu einem Gottesdienst in den Ortsteil der Märkischen Heide eingeladen.

Wolfgang Selzam war erstmals in Krugau. "Ich war noch nie hier in der Region unterwegs", erzählt der begeisterte Motorradfahrer aus Stechau im Elbe-Elster-Kreis. Er ist mit Gleichgesinnten regelmäßig mit dem Motorrad unterwegs. Genau wie Lothar und Doris Ackermann aus Calau (Oberspreewald-Lausitz). "In der Gruppe macht es einfach mehr Spaß", sagt Lothar Ackermann. "Man tauscht Erfahrungen aus, gibt sich gegenseitig Tipps, das gefällt uns." Und der Gottesdienst? "Der gehört für mich als Christ unbedingt dazu."

Seit 1974 seien er und seine Frau begeisterte Motorradfahrer. "Wir haben schon viele schöne Touren gemacht, sind in Ungarn schwer gestürzt." Umso wichtiger sei ihnen der Segen Gottes vor einer Ausfahrt. "Der Gottesdienst schärft noch einmal die Sinne", sagt Lothar Ackermann. Er war schon während des ersten Bikergottesdienstes in Krugau dabei. Zudem kenne er den Ort von seiner Armeezeit. Mit dem Motorrad kehrte er jetzt zurück.

Arndt Kindermann kennt das Gefühl auf dem Motorrad. "Es ist Leben und Freude gleichermaßen", sagt der Pfarrer in Krugau. "Man spürt den Wind, nimmt die Umwelt viel stärker wahr als im Auto." Er fahre zwar nur noch sporadisch, sei aber früher oft mit dem Motorrad unterwegs gewesen. Gefährliche Situationen haben ihm deutlich gemacht, "wie sehr wir unsere Sinne beim Motorradfahren beisammen haben, immer voll bei der Sache sein müssen. Unser Hobby macht nämlich nicht nur Spaß, sondern kann auch gefährlich werden."

Auch sein Amtsbruder Frank Gehrmann ist ein begeisterter Motorradfahrer. Der Pfarrer aus Langengrassau organisiert seit Jahren Bikergottesdienste in der Gemeinde Heideblick. Der inzwischen 24. findet am 9. Mai dieses Jahres um zehn Uhr auf dem Höllberghof bei Langengrassau statt. In Krugau war Frank Gehrmann mit seiner Ducati dabei.

Christa Roblick aus Calau fährt ein Trike - ein dreirädriges Motorrad. "Motorradfahren ist faszinierend", sagt sie. "Man spürt den Fahrtwind, das ist einfach wunderbar, gibt mir ein Gefühl von Freiheit." In Krugau war sie noch nie. "Ich habe mich heute früh spontan entschieden", erzählte sie gestern. "Der gemeinsame Gottesdienst mit anderen Motorradfahrern hat mich gereizt." Früher sei sie mit ihrem Mann unterwegs gewesen. Seitdem der verstorben sei, fahre sie allein. Und zieht die Blicke auf sich - nicht nur wegen des schmucken Trikes. "Wenn ich den Helm abnehme, staunen die Leute", erzählt Christa Roblick. "Ich bin ja schließlich schon 67 Jahre alt."

Auch sie hat gestern nach dem Gottesdienst die Ausfahrt nach Beeskow mitgemacht. Ziel dort war eine Eisdiele. Die Spende der Gottesdienstbesucher kommt der Freiwilligen Feuerwehr in Krugau zugute, wie Arndt Kindermann sagt. Die Feuerwehr veranstalte den Bikergottesdienst in Krugau.