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| 10:06 Uhr

Saison auf Campingplätzen fast vorbei

Alt Schadow. „Die Zahl der Gäste, die ihren Stellplatz im Herbst komplett abräumen, wird immer geringer“, schätzt Ingeborg Schulze vom Campingplatz „Nord“ in Alt Schadow ein. Der Aufwand sei einfach zu groß. Doch auch für die „Winterfestmacher“ neigt sich die Saison langsam dem Ende zu. Noch bis Ende Oktober hat der Platz geöffnet, dann wird die Infrastruktur stark herunter gefahren. Gasthausbetrieb wird nur noch am Wochenende angeboten. Von Jens Golombek

Viele Dauercamper aus Berlin oder den großen sächsischen Metropolen kommen auch im Winter regelmäßig auf den Campingplatz an den Neuendorfer See. „Doch da ist hier in Alt Schadow fast nichts los, und es wird recht zeitig dunkel“, schränkt Ingeborg Schulze ein. Eine durchgehende Öffnung der Gaststätte sei einfach nicht wirtschaftlich. Ingeborg Schulzes Lieblingsjahreszeit ist der Sommer. „Das Wusel-Dusel ist dann einfach toll. Aber es ist auch immer ein schönes Gefühl, wenn im Frühjahr alle Gäste gesund wiederkommen und wir ihre gute Laune und Freude sehen.“ Ganz besonders stolz ist Ingeborg Schulze auf das familiäre Flair auf ihrem Platz. "Wir kennen fast alle der durchschnittlich 35 bis 45 Jahre alten Gäste persönlich", sagt sie und meint mit „wir“ sich, ihren Ehemann Manfred und zwei Mitarbeiter. Der Winter ist für die vier „Berufsurlauber“ die Zeit der Baumaßnahmen und Modernisierungen an der Anlage. Nicht nur die rund 5200 Tagesgäste haben ihre Spuren hinterlassen. Auf 180 Stellplätzen haben die Dauercamper gelebt, zusätzliche 150 Touristenplätze waren fast immer ausgebucht. Heike Kanowski, Campingfreundin aus der Nähe des Flughafens in Schönefeld, sieht den Herbststürmen wehmütig entgegen. „Ich bin sehr traurig“, sagt sie. "Die schöne Zeit ist für dieses Jahr bald vorbei. Wir sind im Winter kaum noch hier draußen und vermissen die Ruhe schon heute." Es komme ihr so vor, „als vergeht die Zeit hier von Jahr zu Jahr schneller“. Während die letzten Boote aus dem Wasser geholt werden, unterhalten sich zwei Frauen an der Hecke direkt neben der Haupteinfahrt zum Campingplatz. „Wir sind Sommer wie Winter hier“, erzählen die Schwestern Burgi Neuschee und Ursula Köpp stolz. Die beiden Berlinerinnen sind „vor vier Jahren hier gestrandet und immer gerne in der Natur. Wir ziehen uns eben dem Wetter entsprechend an, da kann kommen, was will.“ Zusammen mit Enkeln, Kindern und Ehegatten, die im Winter so oft wie möglich auf dem See Schlittschuh laufen, wird sogar an Silvester in Wohnwagen und unter dem Vorzelt gefeiert – moderne Heiztechnik macht es möglich. „Wenn wir dann hier über den zugeschneiten Platz stapfen, die Winterurlaubsgrüße vieler Gäste erhalten, dann träumen wir schon wieder von der Wiedereröffnung am 1. April“, blickt Ingeborg Schulze den nächsten Monaten entgegen. Schon Ende März würden bestimmt wieder die ersten Hartgesottenen ihre Zelte in Alt Schadow und den anderen Campingplätzen der Region aufschlagen, sagt Ingeborg Schulze.