Von Steven Wiesner

Die fünfte und vorletzte RUNDSCHAU-Sommertour dieses Jahres im Raum Lübben hat die Teilnehmer am Dienstag zur Holländerwindmühle nach Straupitz geführt. Das europäische Kulturerbe zieht nach wie vor Scharen von Bussen und Besuchergruppen an. Bei der Führung durch das 1850 erbaute Gebäude zeigte Ölmüller Torsten Schulz den Sommertour-Gästen die Leinöl-Herstellung nach traditioneller Art. „Das wurde alles ohne Computer und Laptop entwickelt und funktioniert trotzdem“, verteidigte Schulz den mehr als 100 Jahre alten Vorgang. Ein Fitnessstudio brauchen die Straupitzer Ölmüller nach einem Arbeitstag in der Mühle in jedem Fall nicht mehr, so viel Muskelkraft und Schweiß ist bei dem altehrwürdigen Verfahren noch vonnöten. „Allerdings ist das heute eher eine Schaumühle“, sagt Torsten Schulz. Seit 2014 produzieren die Straupitzer in einem neuen modernen Gebäude. Die Haltbarkeit des Leinöls verändere sich dadurch aber nicht. „Da wir keine Zusatzstoffe dazugeben, sondern alles komplett natürlich ist, hält sich unser Öl nur fünf Wochen“, betont Schulz. „Sollte das Öl irgendwann ranzig schmecken, schmeißen Sie es aber bloß nicht weg – es kann immer noch als Möbelpolitur verwendet werden.“

Nach ein paar Schmalzschnittchen und Spreewaldgurken stellte Bauamtsleiterin Annett Joppich vom Amt Lieberose/Oberspreewald dann ein paar hundert Meter weiter das Millionenprojekt an der Straupitzer Grundschule vor. Hier wird seit November 2017 für 1,8 Millionen Euro die Turnhalle saniert, die einen neuen technischen Standard bekommt und noch diesen Herbst eröffnet werden soll. Nach der Sportanlage an der Oberschule Goyatz ist die Turnhalle in Straupitz in diesem Jahr bereits das zweite Großprojekt in Lieberose/Oberspreewald. Amtsdirektor Bernd Boschan freute sich in diesem Zusammenhang: „Wir haben nicht nur 2018 etwas auf den Weg gebracht. Das ist ein spannendes Jahrzehnt, in dem wir viele Einrichtungen für viel Geld auf den neuesten Stand bringen konnten.“