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| 17:34 Uhr

Sommertour
Streicheleinheiten für Puppen

 Die Pressesprecherin Ragnhild Münch (r.) führte am Dienstag rund 60 Gäste durch die Spreewaldklinik in Lübben.
Die Pressesprecherin Ragnhild Münch (r.) führte am Dienstag rund 60 Gäste durch die Spreewaldklinik in Lübben. FOTO: Andreas Staindl
RUNDSCHAU-Sommertour macht Station in der Spreewaldklinik in Lübben. Von Andreas Staindl

Die Spreewaldklinik in Lübben ist offenbar eine gute Adresse. Nicht nur für Patienten, sondern auch für Gäste. Etwa 60 Leute sind der Einladung zur RUNDSCHAU-Sommertour am Dienstag gefolgt. Sie haben sich von der Pressesprecherin Ragnhild Münch durch das Klinikum führen lassen.

Das Haus kann inzwischen auf eine 127-jährige Geschichte zurückblicken. Die Verantwortliche für Öffentlichkeitsarbeit weiß einiges davon zu berichten. Etwa, dass das Haus mit damals 36 Betten eröffnet wurde. Heute sind es ihr zufolge 211 Betten. Mit historischen Fotos nahm Ragnhild Münch die Teilnehmer der Sommertour visuell mit in die Vergangenheit. Die Gegenwart konnte jeder mit eigenen Augen sehen. Etwa die neue Bereitschaftspraxis, die von der Kassenärztlichen Vereinigung Brandenburg und dem Klinikum Dahme-Spreewald gemeinsam betrieben wird.

Bereitschaftspraxis entlastet

 Bilder sagen oft mehr als Worte. Ragnhild Münch nahm die Gäste mit historischen Aufnahmen in die Vergangenheit mit.
Bilder sagen oft mehr als Worte. Ragnhild Münch nahm die Gäste mit historischen Aufnahmen in die Vergangenheit mit. FOTO: Andreas Staindl

Anfang Mai dieses Jahres wurde die Praxis eröffnet (die RUNDSCHAU berichtete). „Sie funktioniert ganz toll“, sagt Ragnhild Münch. „Die Bereitschaftspraxis entlastet die Rettungsstelle erheblich.“ Wirklich Spektakuläres ist allerdings nicht zu sehen. Der Besuch gestern erfolgte deshalb auch im Schnelldurchlauf. Durch das Wartezimmer rein in den Bereich der Anmeldung und über den Flur der Rettungsstelle wieder raus. Die Bereitschaftspraxis selbst ist nur ein Raum, in dem der jeweils diensthabende Arzt Patienten behandelt. Die Pressesprecherin führte die Gäste dort vorbei und wieder in Richtung Foyer.

Auf dem Weg dorthin war ordentlich Betrieb auf den Fluren. Ärzte, Pflegepersonal, Patienten, Angehörige warteten dort oder waren irgendwohin unterwegs. Klinikalltag halt. Ragnhild Münch führte die Teilnehmer der Sommertour dennoch souverän durch das Haus. Nur der geplante Blick in den Kreißsaal blieb verwehrt. „Wer will schon vor 60 Zuschauern entbinden“, erklärte die Pressesprecherin schmunzelnd. Sie erntete ausschließlich verständnisvolle Blicke.

Interessante Klinikapotheke

Die Spreewaldklinik hat ohnehin noch viel mehr zu bieten. Etwa die Klinikapotheke, die 2013 eröffnet wurde. Der Weg dorthin führte ins Freie – vorbei an der alten Poliklinik und der früheren Kinderpoliklinik.  Gäste konnten sich noch sehr gut daran erinnern, und einer Teilnehmerin ist das sofort aufgefallen – das Bettenhaus. Es ist allerdings längst abgerissen. Heute parken Autos auf dieser Fläche.

Nicht nur die Klinik selbst, auch das gesamte Gelände hat sich verändert. Die Spreewaldklinik geht sehr offen damit um, lässt Besucher immer wieder hinter die Kulissen blicken. Ragnhild Münch machte es sogar möglich, dass die Teilnehmer gestern einen Blick in die große Krankenhausapotheke werfen durften.

„Sieht ja aus wie ein Großlager“, rutschte es einer älteren Dame heraus. Ganz Unrecht hat sie nicht. Regale, Sortierband, Abarbeiten von Bestellungen. Etwa 25 Mitarbeiter sind dort beschäftigt. Die Apotheke der Spreewaldklinik beliefert zahlreiche Krankenhäuser und Rettungsdienste im gesamten Süden des Landes Brandenburg, wie die Pressesprecherin erzählt. Dass die Einrichtung mehr als eine übliche Apotheke ist, das wurde auf der Tour deutlich. Die Teilnehmer erfuhren zudem, dass die Apotheke auch einen Hochsicherheitstrakt hat. Dort werden Medikamente etwa für Krebspatienten hergestellt und gelagert. Dieser Bereich ist für Besucher absolut tabu.

Gute Ausbildung des Nachwuchses

Die Schule für Gesundheits- und Krankenpflege auf dem gleichen Gelände dagegen ist ein offenes Haus. Künftiges Pflegepersonal erhält dort eine fundierte Ausbildung. Welche Räume den Auszubildenden zur Verfügung stehen und welche Hilfsmittel sie für ihre Ausbildung nutzen – das zeigte Ragnhild Münch den Teilnehmern auch an Beispielen. Natürlich nicht, ohne auf die Vergangenheit des Gebäudes zu verweisen.

Hochmoderne Technik

Die heutige Bildungsstätte war einst Lazarett für die Lübbener Jäger, später Domizil der Abteilung Innere Medizin der Klinik. An Letzteres konnten sich Gäste noch erinnern. Dort, wo einst bis zu acht Krankenbetten in einem Raum standen, wird heute unterrichtet. Hochmoderne Technik in alten Gemäuern. Das hat Charme und machte auch gestern offensichtlich Eindruck. „Unsere Gesundheits- und Krankenpflegeschule gehört zu den modernsten im Land Brandenburg“, erzählt die Pressesprecherin. Ihr zufolge zahlt sich das aus. Azubis der Bildungseinrichtung gehören bundesweit zu den Besten.

Ihre Übungs- und Trainingsmöglichkeiten in der Schule in Lübben sind hervorragend – auch das wurde gestern deutlich. An Puppen in Pflegebetten können später Handgriffe an Patienten geübt werden – die eine oder andere Streicheleinheit inklusive. Und wenn in der Schule demnächst zahlreiche Verbandskästen mit abgelaufenem Datum abgegeben werden, ist Ragnhild Münch „schuld“. Sie hat den Teilnehmern erzählt, dass solche Kästen noch ideal sind für die Azubis, um zu üben: „Sie können die Verbandskästen gern hier in der Schule abgeben.“

Ein kurzer Abstecher noch in den benachbarten Park inklusive Barfußpfad und die Pressesprecherin verabschiedete sich von den Gästen. Die bedankten sich mit Beifall für die interessante Führung.