Von Steven Wiesner

Mit Rädern unter dem Gesäß wurde am Dienstag die nächste RUNDSCHAU-Sommertour absolviert. Unter der Leitung der Tourismus-Entwicklungsgesellschaft (TEG) Lieberose-Oberspreewald und deren Geschäftsführerin Jana Lopper sowie Rainer Hilgenfeld, dem ehrenamtlichen Bürgermeister von Schwielochsee, stiegen etwas mehr als zehn Besucher auf ihre Fahrräder und machten sich auf den Weg durch Goyatz. Als Gegenmodell zur hektischen Tour de France luden Lopper und Hilgenfeld zu einer entspannten Etappe ohne nennenswerte Berganstiege, Sprintwertungen oder rasante Duelle ums Gelbe Trikot ein. Ein mehr als angenehmer Start in den Tag bei Temperaturen um die 30 Grad Celsius.

Rainer Hilgenfeld stellte zunächst die seit etwa vier Wochen zugängliche neue Toilette am alten Goyatzer Bahnhofsgebäude vor. „Nachdem ein Teil des Gebäudes vor einem Jahr Brandstiftung zum Opfer fiel, haben wir die Gelegenheit genutzt und bei der Wiederherstellung gleich ein barrierefreies, öffentliches WC eingebaut“, erklärte Hilgenfeld. 15 000 Euro hat die Gemeinde dafür berappen müssen. „Doch die Toilette wird gebraucht“, so Hilgenfeld.

Dann wurde losgeradelt. Über den Leichhardt-Trail und am Ufer des Schwielochsees entlang rollte das Teilnehmerfeld von Goyatz nach Zaue. Jana Lopper und Rainer Hilgenfeld referierten dabei immer wieder darüber, wie sie das Leichhardt-Land als Tourismusregion bekannter machen wollen, ohne dabei aber den idyllischen Charakter des Spreewaldes zu gefährden.

Höhepunkt der Radtour war dann für die meisten Gäste die Besichtigung der Marienkirche in Zaue, die im 13. Jahrhundert erbaut wurde. „Diese Kirche ist ein Juwel“, sagte der ehrenamtliche Prädikant Volkhard Dietrich, der durch die Kirche führte. Viele Besucher waren überrascht, dass ein kleiner Ort wie Zaue über solch ein imposantes Gotteshaus verfüge. Und auch Dietrich betonte: „Viele wissen gar nicht, dass hier so ein Schatz steht. Dabei sollten die Leute stolz darauf sein.“

Die Kirche war gleichzeitig auch der Wendepunkt der Etappe, von dort ging es wieder zurück zum Goyatzer Bahnhof. Nach zwei Stunden und 20 Kilometern in den Beinen wartete die Zielankunft.