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| 16:45 Uhr

Lübben
„Wir vertrauen aufs Wachstum“

Eines der ersten Bauprojekte des Jahres wird voraussichtlich die Zufahrt zur Kita Gute Laune sein. Vielfach geflickt, soll eine feste Straße mit Wendemöglichkeit, Parkplätzen und Gehweg entstehen. Die Vergabe der Arbeiten stand am Mittwochabend im Bauausschuss auf der Tagesordnung.
Eines der ersten Bauprojekte des Jahres wird voraussichtlich die Zufahrt zur Kita Gute Laune sein. Vielfach geflickt, soll eine feste Straße mit Wendemöglichkeit, Parkplätzen und Gehweg entstehen. Die Vergabe der Arbeiten stand am Mittwochabend im Bauausschuss auf der Tagesordnung. FOTO: Ingvil Schirling / LR
Lübben. Jahresrück- und -ausblick: Die Einwohnerzahl von Lübben wächst langsam, aber stetig. Die Folgen sind spürbar und werden die Spreewaldstadt mit Kitabau und Schulerweiterung 2018 intensiv beschäftigen.

14140 Einwohner zählt Lübben im Januar und damit genau 60 Spreewaldstädter mehr als im Vorjahr. Die Zahl steigt seit einiger Zeit konstant, und aus ihr leitet sich direkt die wichtigste Botschaft des Bürgermeisters ab: „Wir vertrauen aufs Wachstum“, sagt Lars Kolan (SPD). Viele Indikatoren deuten darauf hin, dass sich dieses Wachstum kontinuierlich fortsetzt, spürbar an steigenden Pendlerzahlen und mangelnden Kitaplätzen. Und das wiederum führt genau ins Zentrum der anstehenden Veränderungen, die sich 2017 abzeichneten und in Lübben ab 2018 umgesetzt oder zumindest konkreter werden.

Es sind hauptsächlich Veränderungen in der Infrastruktur, auch wenn Lars Kolan all dem vorausschickt: „Den Ruf als saubere Stadt wollen wir bei all dem behalten.“

Während das also bleiben soll, wie es ist, muss und wird sich vieles andere verändern. Dass die Parkplatzsituation am Lübbener Bahnhof unhaltbar ist, kam vergangenes Jahr pointiert und sehr deutlich zur Sprache. Seither hat es viele Diskussionen gegeben, vor allem als Wunsch nach einer kurzfristigen Lösung. „Das werden wir so nicht hinkriegen“, nimmt Kolan dem den Wind aus den Segeln. Die Fläche, die derzeit als „wilder Parkplatz“ gegenüber dem Bahnhof genutzt wird, ist verkauft. Die einzig offene städtische Fläche ist im Bebauungsplan als Spielplatz ausgewiesen. „Wir können sie nicht einfach zum Parkplatz machen, auch nicht temporär“, sagt der Bürgermeister.

Die Vorstellungen gingen viel mehr in Richtung mittel- bis langfristige Lösungen. Zum Einen konkretisiert sich offenbar heraus, dass der Pendler-Parkplatz direkt neben dem Bahnhof als Parkhaus überbaut werden könnte. Diese Vorstellung ist andiskutiert, konkrete Handlungsschritte gibt es noch nicht. Zum Anderen wird weiter daran gearbeitet, dass hinter dem Bahnhof (an der Majoransheide) eine weitere Parkfläche entsteht. Dazu müsste Lübben der Bahn die schmal zulaufende Fläche bis zum Güterbahnhofsgebäude abkaufen. Einen Kaufantrag hat sie bereits vorgelegt und wartet nun auf Antwort. „Wir sind in guten Gesprächen“, schätzt Kolan ein. Wie die schmale Fläche als Parkplatz aussehen könnte, ist bereits mit Cottbuser Stadtplanern besprochen worden. Damit verbunden ist die Fortführung der Tunnels, in die die Bahn vier Millionen Euro investieren müsste. „Das wird“, ist sich Kolan sicher – der Zeitpunkt sei aber noch offen.

Vor diesem Hintergrund wird sich also – wenn  auch 2018 noch nicht sichtbar – der Bahnhof und sein Umfeld perspektivisch deutlich verändern.

Gleiches gilt für die Schul- und Kitalandschaft. Nach Jahren des akuten Platzmangels an der Friedrich-Ludwig-Jahn-Straße sollen dort ab kommendem Schuljahr Container aufgestellt werden, die den Essensraum und einen Teil des Hortes aufnehmen. Denn der geplante Ausbau wird sich den aktuellen Einschätzungen zufolge über vier Jahre hinziehen, „in denen wir keine Lösung hätten“, sagt Kolan. Daher die Übergangslösung mit Containern.

Zwischenzeitlich wird geprüft, ob der würfelförmige Anbau an der Liuba-Grundschule drei- oder vierstöckig werden soll. „Wir haben eine Baugenehmigung für zwei Stockwerke“, sagt Kolan. Angesichts der wachsenden Schülerzahlen sei aus seiner Sicht eine dritte Etage schon fast sicher, offen ist im Moment, ob auch eine vierte geplant werden muss. Das soll anhand der aktuellen Zahlen in diesen Tagen geprüft werden.

Gebaut wird die neue Kita Waldhaus in Treppendorf. Ein Förderbescheid über 1,3 Millionen Euro aus Leader-Mitteln ist vor wenigen Tagen in der Stadtverwaltung eingetroffen. „Das hilft uns enorm“, sagt Lars Kolan. Die Bausumme umfasst rund 2,4 Millionen Euro.

Kräne werden sich dieses Jahr ebenfalls am Brückenplatz drehen, ist sich Kolan sicher. Ebenso wird der Ausbau des Ernst-von-Houwald-Dammes mit den beiden Querungsinseln mit hoher Wahrscheinlichkeit zumindest beginnen. Aktuell wird der Start nach dem Spreewaldfest anvisiert. Ein gemeinsamer Bau mit dem gesamten Abschnitt inklusive Kupka und Bogenbrücke, für den aktuell das Planfeststellungsverfahren beim Landesbetrieb für Straßenwesen läuft, wird hingegen immer unwahrscheinlicher, weil Lübben eine zeitliche Bindung der Fördermittel für die Querungsinseln beachten muss. Ein gemeinsames Baustellenmanagement wird trotzdem angestrebt.

Noch im Januar soll der Vergabebeschluss für die Einfahrt zur Kita Gute Laune fallen. Im Rahmen der Schulwegsicherung bekommt Lübben Fördermittel, um den Weg auszubauen und Parkplätze zu schaffen. Rund 330 000 Euro sind dafür eingeplant, die bis zum Frühsommer verbaut sein müssen.

Weiter beschäftigen wird die Stadt die Ortsumgehung, die Gesamtüberarbeitung des Flächennutzungsplans, der Ausbau der Sternstraße über das Programm „Aktive Stadtzentren“ sowie die Hoffnung auf Fördermittel aus dem Programm „Soziale Stadt“. Davon könnte Lübben-Nord mit Zuwegungen und der Aufwertung des Wohnumfelds profitieren – und möglicherweise einer zusätzlichen Kita. Doch das wird vermutlich erst 2019 konkret.

Die hohen Investitionen, die mit Hilfe von Fördermitteln gestemmt werden, erfordern jeweils Eigenanteile aus dem städtischen Haushalt. Der sei „vorzüglich“, schätzt Lars Kolan ein. Auch die Rücklagen seien gut. Die Einschätzung gilt allerdings mit zwei Einschränkungen: Zum Einen im Vergleich mit Kommunen, denen es deutlich schlechter geht. Zum Anderen vor dem Hintergrund einer schmerzhaften Kürzungsrunde in allen Bereichen der Planansätze seit der ersten Vorlage des Haushalts im Oktober und vor den demnächst erwarteten Anträgen der Fraktionen.

Noch ist der Brückenplatz eine Brachfläche. Doch im Lauf des Jahres 2018 werden sich auch hier voraussichtlich die Kräne drehen. Mehrere Wohn- und Geschäftshäuser sollen entstehen.
Noch ist der Brückenplatz eine Brachfläche. Doch im Lauf des Jahres 2018 werden sich auch hier voraussichtlich die Kräne drehen. Mehrere Wohn- und Geschäftshäuser sollen entstehen. FOTO: Ingvil Schirling / LR