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| 01:29 Uhr

Rost-Turm für Betonkopf-Preis nominiert

Senftenberg. Die Landmarke im Seenland bleibt in der Kritik. Der Allgemeine Behindertverband Brandenburg hat ihn und damit die Stadt Senftenberg als Kandidaten für den Negativpreis nominiert. Senftenberg steht damit in einer Reihe mit der Telekom für ihre Telestationen und mit dem Bereich Denkmalpflege in Potsdam für den Einsatz von Natursteingroßpflaster zur Straßensanierung. red/bt

„Der Betonkopf Brandenburg 2009 ist ein Negativ-Preis, den unser Verband seit 2004 an Behörden und Unternehmen verleiht, die Menschen mit Behinderung in ihrem Alltagsleben diskreditieren“, erklärt Paul Redel vom Behindertenverband. Der Aussichtsturm „Landmarke Lausitzer Seenland“ habe trotz eindeutiger gesetzlicher Regelung, so Paul Redel, die Belange der Barrierefreiheit bereits im Vorfeld der Ausschreibung nicht berücksichtigt. Das Bauwerk sei von einer nicht unerheblichen Zahl potenzieller Besucher nicht nutzbar, erklärt er.

Dabei sei für den Verband vor allem der Ausschluss der Barrierefreiheit im Vorfeld des Wettbewerbes ausschlaggebend gewesen. „Wir wollen nicht erreichen, dass nachträglich ein Fahrstuhl angebaut wird“, so Paul Redel. Sondern, dass die Stadt Senftenberg künftig im Vorfeld mehr auf die Belange behinderter Menschen eingehe.

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Stellungnahme der Stadt Senftenberg

Die Stadt hat bedauert, dass sie für den Betonkopf Brandenburg nominiert wurde. Innerhalb des Baugenehmigungsverfahrens seien alle damit verbundenen Rahmenbedingungen mit den Behörden abgestimmt worden, heißt es aus der Pressestelle. Natürlich bestehe für die Bevölkerungsgruppe mit Handicap die Möglichkeit, sich an dieser Landschaftsskulptur zu erfreuen. Die direkte Umgebung des Bauwerkes sei mit dem Abschluss der Bauarbeiten behindertengerecht gestaltet. Es sei nicht Absicht der Stadt, Menschen mit Behinderung auszuschließen. Ganz im Gegenteil, in dem Rahmenplan zur Entwicklung des Seenlandes habe die Stadt im besonderen Maße die Barrierefreiheit formuliert.

Der Tourismusverband Seenland sieht die Nominierung als Wink, noch mehr zu tun in dieser Richtung. „Am Tagebau Welzow Süd entsteht eine steinerne Treppe, Fertigstellung ist Mitte 2010. Sie wird barrierefrei angelegt“, sagt Tourismus-Geschäftsführerin Kathrin Winkler. Gleichzeitig verweist sie darauf, dass der Verband touristische Angebote, die barrierefrei sind, erfasse. Eine Datenbank werde aufgebaut. Für Redel ist das der Beweis, dass solche Nominierungen fruchten: „Wir wollen wachrütteln, auf die Belange Behinderter einzugehen.“