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Rietzneuendorfer bauen neue Kita

Gemeindevertreter Fredy Neumann, Ortsvorsteherin Angelika Naumann, Bauamtsmitarbeiterin Katja Maraszek und Bürgermeister Andreas Andrack (v. l.) mit den Plänen für die neue Kita in Rietzneuendorf.
Gemeindevertreter Fredy Neumann, Ortsvorsteherin Angelika Naumann, Bauamtsmitarbeiterin Katja Maraszek und Bürgermeister Andreas Andrack (v. l.) mit den Plänen für die neue Kita in Rietzneuendorf. FOTO: Ingvil Schirling
Rietzneuendorf. Voraussichtlich ab 2016 werden die jüngsten Rietzneuendorfer in einem neuen Haus betreut. Mithilfe von Fördermitteln baut die Gemeinde an der Hauptstraße eine neue Kita. Hauptgrund ist die Betreuung von Kleinkindern. Ingvil Schirling

Hintergrund ist, dass die Kita "Eichhörnchen" in Rietzneuendorf mehr Kleinkinder unter drei Jahren betreuen möchte, als sie darf. Die Einrichtung befindet sich in einer sehr schönen, historischen Villa im ersten Obergeschoss. Es gibt zwar eine Brandschutztreppe, doch die Zahl der Kleinkinder, die dort betreut werden dürfen, bleibt auf die Zahl der Erzieherinnen begrenzt: "Es dürfen nur so viel Kinder unter drei Jahren aufgenommen werden, wie es Erzieher gibt, die sie im Brandfall die Treppe hinuntertragen könnten", gibt Amtsdirektor Jens-Hermann Kleine (CDU) die Rechtslage wieder.

Damit sind der Kita seit Jahren Grenzen gesetzt, und das bei steigender Zahl an Anfragen im Kleinkindbereich. Die Folge: Rietzneuendorfer Zwerge werden stattdessen in der Kita Regenbogen in Schönwalde betreut, die ohnehin beständig ausgelastet ist, "und die kommen dann nicht wieder, wenn sie älter sind", beschreibt Rietzneuendorfs Ortsvorsteherin Angelika Naumann die Tatsachen.

Schon im Jahr 2009 begann die Amtsverwaltung Unterspreewald daher, nach Fördermitteln für andere Möglichkeiten Ausschau zu halten - zunächst ohne Erfolg. Mittel aus dem Kreisstrukturfonds Dahme-Spreewald für den zunächst angedachten Umbau der Villa wurden abgelehnt. Ein Kita-Neubau aus Ile-Leader-Geldern war nicht förderfähig. Nun gelang es, 131 499 Euro über das U3-Ausbauprogramm für Kinder unter drei Jahren zu bekommen. Es wird aus Bundes- und Landesmitteln gespeist und vom Landkreis Dahme-Spreewald verwaltet. Den Rest zu den Gesamtkosten von 450 000 Euro übernimmt die Gemeinde Rietzneuendorf-Staakow, in deren Trägerschaft die Kita "Eichhörnchen" ist.

Damit steht die Ampel auf Grün für den ebenerdigen Neubau. Er entsteht gleichzeitig als Lückenschluss an der Hauptstraße. Die Bauarbeiten haben begonnen. In etwa vier Wochen soll der Grundstein gelegt werden. Gegen Ende des Jahres soll der moderne Neubau fertig sein.

Katja Maraszek vom Bauamt der Amtsverwaltung Unterspreewald erklärt die Pläne, die das Architekturbüro von Vilco Scholz ausgearbeitet hat. Auf 189 Quadratmetern Nutzfläche des Massivbaus finden sich große Gruppenräume an den Stirnseiten. Mit einer mobilen Wand können zwei Räume an einer Seite zu einem zusammengefasst werden, sodass genug Platz für Bewegungsbedarf oder Versammlungen geschaffen werden kann. Mittig zur Straßenseite befinden sich Eingang sowie Umkleideräume, zur Gartenseite hin die Sanitärräume. Überall können die Kinder durch große Fenster ins Grüne schauen, haben über Glastüren direkten Zugang ins Freie. Die limitierende Problematik der Kleinkindbetreuung ist damit vom Tisch. "Das Nutzungskonzept ist mit der Kitaleiterin auch schon abgesprochen", ergänzt Bauamtsleiterin Michaela Schudek. Ihr zufolge sind die bauvorbereitenden Maßnahmen getroffen und die Fundamente ausgeschachtet. Außerdem sind bisher die Schalung und teilweise die Bewehrung gestellt, ergänzt Bürgermeister Andreas Andrack.

Die Villa samt Park und Teehäuschen soll unterdessen verkauft werden. "Wir haben sie bereits ausgeschrieben", sagt Amtsdirektor Kleine. Die Übergabe kann erst nach dem Umzug der Kita "Eichhörnchen" stattfinden.

Kommentar: Was Infrastruktur leisten kann

Zum Thema:
Neben dem Neubau in Rietzneuendorf und der im Bau befindlichen neuen Kindertagesstätte in Kasel-Golzig stemmt das Amt Unterspreewald derzeit ein drittes Großprojekt. Für eine Million Euro soll für die Wasserversorgung von Waldow und Rietzneuendorf mit seinen Ortsteilen eine neue Überleitung zum Wasserwerk Sellendorf gebaut werden. Ein Variantenvergleich hatte ergeben, dass dies die wirtschaftlichste Lösung für die aktuelle Versorgungsproblematik ist. Denn Stromausfälle stören in Rietzneuendorf die Wasserversorgung. Ohne die Überleitung müsste das Trinkwasserschutzgebiet neu beantragt werden, was Amtsdirektor Jens-Hermann Kleine zufolge auch finanziell einen "erheblichen Aufwand" bedeutet.