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Rietdorfer Glocken bekommen neuen Halt

Die Feldsteinkirche in Rietdorf wurde um 1270 erbaut. Im Herbst gibt es an den Glocken umfangreiche Sanierungsarbeiten.
Die Feldsteinkirche in Rietdorf wurde um 1270 erbaut. Im Herbst gibt es an den Glocken umfangreiche Sanierungsarbeiten. FOTO: D. Friedrich
Rietdorf. Wenn die beiden Glocken der Rietdorfer Feldsteinkirche ertönen sollen, dann ist jede Menge Muskelkraft gefragt. Denn bis heute werden die Klangkörper per Handzug und Seil zu Gottesdiensten oder anderen Anlässen betätigt. Daniel Friedrich

"Das Seil wurde auch schon mal geflickt", weiß Sven Böhme, Mitglied des Gemeindekirchenrats und "Glöckner" von Rietdorf. Noch dreht sich das Gewinde im 20 Meter hohen Kirchturm, noch klingen und schwingen die Glocken fast makellos. Doch bei genauerem Hinschauen wurde kürzlich dringender Reparaturbedarf festgestellt: "Die dicken Eichenbalken müssen neu vermauert und die metallenen Glockenjoche aus den 1930er-Jahren erneuert werden. Auch der Fußboden der Glockenstube ist sanierungsbedürftig und die Schallluken sollen Holzlamellen bekommen, um die Witterung künftig abzuhalten", zählt Sven Böhme die Mängelliste auf.

Für die kleine Betglocke aus dem Jahr 1927 soll es ein Holzjoch geben. Das wirke sich positiv auf den Klang aus, sagen Experten. Die große Glocke, die während des Zweiten Weltkriegs nur knapp der Schmelze entging, bekommt ein neues Joch aus Stahl, da die bereits defekte Halterung dort besser eingepasst werden kann. Größter technischer Fortschritt soll ein automatisches Läutwerk sein, das die Arbeit mit dem Handzug ablöst. "Dann könnten wir dort ein regelmäßiges Abendläuten einstellen, das wünschen sich viele Dorfbewohner", erzählt Sven Böhme. Zuvor müsse aber auch noch der Klöppel erneuert werden.

Die Reparaturkosten beziffert Böhme auf rund 8000 Euro. Das Geld stellt unter anderem die Kirchengemeinde Dahme bereit und auch die Gemeinde Ihlow möchte sich finanziell beteiligen. Zudem kamen bei einem Orgelkonzert in der Rietdorfer Kirche kürzlich rund 500 Euro an Spenden zusammen.

Noch im Oktober sollen die Bauarbeiten, mit denen eine Uckroer Spezialfirma beauftragt wurde, beginnen. Spätestens zu Weihnachten werden die Glocken dann wieder regelmäßig zu hören sein.