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Rico Noack gelingt die Sensation

Rico Noack wurde erneut Superkral am Samstag in seinem Heimatort. Der Byhleguhrer gewann zum dritten Mal hintereinander den Superkokot.
Rico Noack wurde erneut Superkral am Samstag in seinem Heimatort. Der Byhleguhrer gewann zum dritten Mal hintereinander den Superkokot. FOTO: asd
Byhleguhre. Rico Noack ist einfach nicht zu schlagen. Der Byhleguhrer (Amt Lieberose/Oberspreewald) wurde erneut Superkral am Samstag in seinem Heimatort. Andreas Staindl

Er hat das Hahnrupfen für sich entschieden. Ihm ist dabei eine Sensation gelungen. Noch nie in der Geschichte der Veranstaltung hat ein Reiter drei Mal hintereinander gewonnen. Der Superkokot fand immerhin schon zum 18. Mal statt, zum zweiten Mal hintereinander jetzt in Byhleguhre. Der Sieger kann jeweils den nächsten Austragungsort bestimmen.

Dass Rico Noack erneut Superkral, also der König wird, war nicht unbedingt zu erwarten. 20 andere Reiter hatten sich beworben. "Sie wollten auch gewinnen", sagt Dieter Freihoff, "das war ihnen anzusehen. Doch Rico Noack hat sich etwas zugetraut und am Ende verdient gewonnen."

Der Sorbenbeauftragte des Landkreises Dahme-Spreewald war Gast des Hahnrupfens. "Der Superkokot ist eine tolle Veranstaltung", sagt er. "Die jungen Leute aus Byhleguhre und die Jugend der Domowina haben das Ereignis prima vorbereitet und zu einem echten Höhepunkt gemacht." Meto Nowak, der Sorbenbeauftragte der Brandenburger Landesregierung, überbrachte herzliche Grüße aus der Landeshauptstadt Potsdam. Der Superkokot ist einer der Höhepunkte im Leben der Sorben und Wenden, so Freihoff.

Ausschließlich regionale Sieger vom Hahnrupfen in der Lausitz starten dort. Dass macht Rico Noacks dritten Sieg in Folge umso wertvoller. Er gewann diesmal vor dem Vorjahresdritten Benjamin Trogisch aus Neu Zauche (Lieberose/Oberspreewald) und Alex Mehlisch aus Drachhausen (Landkreis Spree-Neiße). Damit hat der LDS den diesjährigen Superkokot dominiert. Die beiden einzigen Starter aus dem Spreewaldkreis belegten am Ende die ersten beiden Plätze. "Das ist schon eine super Sache", sagt Dieter Freihoff. Er hätte sich gewünscht, dass Vertreter der Kreisverwaltung in Lübben das Ereignis mitverfolgt hätten: "Wir werden im nächsten Jahr konkrete Einladungen aussprechen."

Harald Altekrüger, Landrat des Spree-Neiße-Kreises, war Gast der 18.Auflage in Byhleguhre. Und die war erneut spannend. Die jungen Reiter haben nacheinander die mit grünem Laub geschmückte Pforte durchritten und versucht, den Kopf des toten Hahns abzureißen. Mehrmals sah es so aus, als sei es gelungen.

Die Reiter hatten ihre Hand am Kopf des Hahns, bekamen ihn aber nicht richtig zu fassen. Nur wer die Steigbügel extrem kurz stellte und sich traute, fast auf dem Rücken des Pferdes zu stehen, hatte überhaupt eine Chance, an den Hahn zu kommen. Viel Geschick und eine gehörige Portion Mut sind nötig, um beim Hahnrupfen mitzumachen.

Die Zuschauer sahen auch den einen oder anderen Sturz. Zügig durch die Pforte reiten, im letzten Moment aufrichten und zugreifen, das sah schon spektakulär aus. Als der Kopf des Hahns abgerissen war, ging es um die Flügel und damit den zweiten und dritten König. Der Superkokot gab Einblick in das Leben der Sorben und Wenden, in Bräuche vergangener Zeiten. Jeder Reiter hatte seine Erntekönigin dabei. Die jungen Damen haben in ihren Trachten traditionelle Tänze gezeigt.

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