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| 17:49 Uhr

Richtwest in der Kita
Aus Spiel wird ein neues Haus für die Kita

Linus sagt den Richtspruch auf, Ronny Kubeile steht neben ihm auf der Leiter. Am Donnerstag wurde am neuen Spielhaus auf dem Gelände der Kita in Schönwalde das Richtfest gefeiert.
Linus sagt den Richtspruch auf, Ronny Kubeile steht neben ihm auf der Leiter. Am Donnerstag wurde am neuen Spielhaus auf dem Gelände der Kita in Schönwalde das Richtfest gefeiert. FOTO: LR / Ingvil Schirling
Schönwalde. Richtfest für Holzarbeit als krönender Projektabschluss in Schönwalde. Von Ingvil Schirling

Schwarze Weste, rotes Halstuch, Zimmermannshut – zünftig gekleidet steht Linus auf der Leiter. Professionell liest er seinen Richtspruch vor und hebt sein Glas, ganz wie die Großen. Nur dass Linus ein Hortkind ist und mit Orangensaft auf ein Spielhaus anstößt, das er unter Anleitung von Ronny Kubeile mit Schönwalder Gleichaltrigen gebaut hat. Doch das tat kaum etwas zur Sache. Der Ernst und die Feierlichkeit war ganz genauso wie bei den erwachsenen Handwerkern.

Das Ziel wurde damit im doppelten Sinne erreicht. Nicht nur ist die Schönwalder Kita samt Hort und benachbarter Grundschule um ein Spielhaus reicher, unter dessen regensicherer und dennoch leichter Konstruktion noch viele Kinder schöne Stunden erleben werden. Sondern der Zweck des Projektes, mit Ronny Kubeile einen Handwerker als pädagogische Ergänzungskraft an die Schule zu holen, die den Kindern den Weg zum Selbermachen und das grundsätzliche Verständnis für Werkzeug, Sicherheit und Materialien ebnet, wurde auch voll erfüllt. Die Kinder, das zeigte das Richtfest, sind vom Handwerk mehr als angetan.

Vor allem Dominic, James, Linus und Max. Die vier wurden von Ronny Kubeile im Zuge des Richtfestes zu den „Handwerkern des Monats Juli“ gekürt und nahmen ergriffen ihre Auszeichnung entgegen. „Stolz wie Bolle“ hoch fünf, so hieß die Gleichung in diesem Fall, denn ihr Ausbilder Ronny Kubeile strahlte ebenso wie sie aus jedem Knopfloch seines weißen Hemdes.

Die Leitung des Amtes Unterspreewald kannte darauf nur eine Antwort: „Auch die Amtsverwaltung findet das ganz klasse, was ihr hier geleistet habt“, sagte Henri Urchs als Amtsdirektor, „und deswegen haben wir Euch etwas mitgebracht: Es gibt in der Schule jetzt ein Gefrierfach, das ist vollgepackt mit Eis.“

Schöner konnte das Projekt fast nicht zuende gehen, sieht man einmal von der harten Konkurrenz des Pizzawagens ab. Gut 4200 Euro hatte das Spielhaus gekostet, zu 80 Prozent finanziert vom Landkreis Dahme-Spreewald und zu 20 Prozent vom Amt Unterspreewald als Träger der Kita. Ab Januar liefen die Vorbereitungen, und dabei ging es längst nicht nur um das Spielhaus als vorzeigbarem Endergebnis, sondern um das Thema Holz an sich in all seinen Facetten. Gemeinsam mit Ronny Kubeile besuchten die Kiner ein Sägewerk, die Waldschule und auch den Kletterwald, bestaunten überall, was man aus Holz alles machen kann. Rund 50 Kinder stellten schließlich unter Anleitung des Handwerkers das Spielhaus her, innerhalb von drei Wochen im Rahmen der Ferienspiele. Das Großprojekt „Holz als Schatzkammer des Lebens“, so der Titel, kam mit dem Richtfest zu einem würdigen Abschluss.