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| 02:51 Uhr

Relaxen am Südsee für den Olympiatraum

Die Rennrodel-Nationalmannschaft aus Südkorea hat im Tropical Islands ausgespannt. Der Deutsche Steffen Sartor (l.) ist Nationaltrainer der Asiaten.
Die Rennrodel-Nationalmannschaft aus Südkorea hat im Tropical Islands ausgespannt. Der Deutsche Steffen Sartor (l.) ist Nationaltrainer der Asiaten. FOTO: Andreas Staindl/asd1
Krausnick. Rennschlittensport in Südkorea? Eher eine Randerscheinung. Nur wenige Athleten betreiben diesen Sport in Asien. Die Besten von ihnen werden von Steffen Sartor betreut. Der ehemalige Weltklasse-Rennrodler aus Deutschland ist der Nationaltrainer der Südkoreaner. Zwischen den Trainingseinheiten hat sich das Team jetzt einen Wohlfühltag im Tropical Islands gegönnt. Adreas Staindl / asd1 asd1

Gemütliches Baden am Südsee statt rasante Fahrten im Eiskanal. Das achtköpfige Nationalteam aus Südkorea spannte kürzlich im künstlichen Tropenparadies bei Krausnick aus. Relaxen für den Olympiatraum. Denn den haben die Athleten und ihr Trainer fest im Visier. "Wir wollen uns dort ordentlich präsentieren und positiv auf uns aufmerksam machen", sagt Sartor.

Die südkoreanische Stadt Pyeongchang ist Gastgeber für die Olympischen Winterspiele 2018. Ein Heimspiel für die Rennrodler des deutschen Trainers. Gold sei dort fest eingeplant - für den koreanischen Verband, nicht ganz für den Trainer. Der lächelt über die hohe Zielsetzung, sieht das Ganze etwas realistischer: "Ich wäre schon zufrieden, wenn meine Rodler ordentlich die Bahn runterfahren."

Rennrodler sind Exoten in Südkorea. Zwar haben sie sich schon an einigen internationalen Wettbewerben beteiligt, sich bisher aber nie ernsthaft darauf vorbereitet, wie Steffen Sartor sagt. "Sie hatten nie eine Chance", weiß er. Das hat sich inzwischen geändert. Südkoreanische Rennrodler fahren zwar noch immer nicht mit um Podiumsplätze, doch sie setzen Ausrufezeichen. Olympia in Sotschi im vergangenen Winter war für die Rodler des deutschen Trainers "ein Meilenstein". Sie sind dort in allen Disziplinen an den Start gegangen. "Andere Nationen verfolgen aufmerksam unsere Entwicklung, freuen sich mit uns über unsere Fortschritte", erzählt Steffen Sartor. Und: "Die Leistungen meiner Sportler haben in Sotschi Eindruck gemacht."

Der Nationaltrainer will seine Schützlinge weiter voranbringen. Für den Olympiatraum verzichtet er allerdings auf die Weltcups im nächsten Winter. "Wir trainieren lieber, weil wir dann deutlich öfters die Bahn runterfahren können. Uns läuft sonst die Zeit davon", sagt Sartor. Derzeit trainiert er mit seiner Mannschaft in Altenberg im Erzgebirge. In Korea wird fast gar nicht trainiert. "Dort haben wir ja nicht mal einen geeigneten Kraftraum", gesteht Sartor. Einen Eiskanal schon gar nicht. Der wird zu den Olympischen Spielen 2018 erst noch gebaut. In zwei Jahren soll die Bahn fertig sein. Bis dahin trainiert das koreanische Rodelteam in Deutschland, aber auch in Amerika beispielsweise. "Wir arbeiten eng mit den Amerikanern zusammen, gehen demnächst für zwei Monate in die USA." Steffen Sartor will vor allem an den Grundlagen seiner Sportlerinnen und Sportler arbeiten: "Sie brauchen die Basics, das Einmaleins des Rennschlittensports. Die Geschwindigkeit ist derzeit unwichtig."

Der Trainer bringt nicht nur sein Fachwissen, sondern auch seine technischen Fähigkeiten ein. "Seit diesem Jahr baue ich unsere Schlitten selbst." Die Weltmeisterschaft im Rennrodeln 2015 im lettischen Sigulda ist das nächste sportliche Ziel der koreanischen Rennrodler. "Wir wollen dort überraschen", sagt Steffen Sartor. Gut möglich, dass seine Sportler an der Südsee im Tropical Islands schon mal davon geträumt haben.

Zum Thema:
Steffen Sartor ist mit der Olympiavierten, Welt-und Europameistern Diana Sartor verheiratet. Als Steffen Skel bildete er in den 1990er-Jahren und zu Beginn der 2000er ein erfolgreiches Rennrodel-Doppel mit Steffen Wöller. Sie wurden Welt- und Europameister sowie Vierte der Olympischen Spiele. Steffen Sartor gehörte nach seiner Karriere zum Trainerstab der kanadischen Rodler. Er arbeitete auch schon für den deutschen und Schweizer Rennrodel-Verband. 2013 wurde er als Trainer der südkoreanischen Rennrodler bis 2018 verpflichtet. asd1