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Stromversorgung in Lübben
SÜW macht Licht für GWG-Mieter in Lübben

Über die künftige Stromversorgung haben die GWG in Lübben und die SÜW jetzt einen Vertrag unterzeichnet. Er soll günstige Konditionen für die Mieter sichern. Foto: Ingvil Schirling
Über die künftige Stromversorgung haben die GWG in Lübben und die SÜW jetzt einen Vertrag unterzeichnet. Er soll günstige Konditionen für die Mieter sichern. Foto: Ingvil Schirling FOTO: Ingvil Schirling / LR
Lübben . GWG Lübben bindet regionalen Anbieter für die Stromversorgung bis Ende 2020. Von Ingvil Schirling

Die Genossenschaftliche Wohngemeinschaft Lübben (GWG) hat sich mit den Stadt- und Überlandwerken für die kommenden drei Jahre an einen regionalen Stromversorger gebunden. Kürzlich erfolgte die Vertragsunterzeichnung in Lübben. Die gute Nachricht beinhaltet günstige Konditionen für die Lübbener GWG-Mieter nach Ausschreibung und Verhandlung - aber auch einen Wermutstropfen. Trotz allem Bemühen wird es nicht ohne Kostensteigerung abgehen.

Mit rund zehn bis 20 Euro pro Jahr mehr müssen die Mieter  rechnen - obwohl die GWG frühzeitig ausgeschrieben und beim wirtschaftlichsten Angebot der Stadt- und Überlandwerke zugeschlagen hatte. „Es macht uns stolz und ist sehr angenehm, mit ortsansässigen Akteuren zusammenzuarbeiten“, sagte Jürgen Busch als kaufmännischer Vorstand. Ende 2017 wäre die bisherige Vertragsbindung ausgelaufen. „Wir haben uns sehr gefreut, das wirtschaftlichste Angebot von der SÜW zu bekommen“, so Busch.

Doch das Thema „2. Miete“ sparte er nicht aus. „Wo wir die Nebenkosten beeinflussen können, wollen wir für unsere Mieter das beste herausholen“, sagte er. „Strom ist eine Komponente der Betriebskosten“, ergänzte Nicole Jaegers als technischer Vorstand. „Doch der Hauptteil des Strompreises ist auf Auflagen des Gesetzgebers zurückzuführen. Wir können nur einen kleinen Teil beeinflussen.“ Auch wenn gegenüber dem noch laufenden Vertrag offenbar eine Einsparung erzielt worden ist, sorgen demnach steigende Abgaben dafür, dass es für die Mieter am Ende etwas teurer wird. „Die EEG-Umlage war der Preistreiber beim Strom in den letzten Jahren“, sagte Christian Branzke als technischer Geschäftsführer der SÜW. „Dass wir am Ende nur eine leichte Erhöhung haben werden, ist ein ganz großer Erfolg.“

Der neue Vertrag hat einen Lieferumfang von geschätzten 300 000 Kilowattstunden pro Jahr à rund 30 Cent, womit die SÜW „eine Zahl hat, mit der wir rechnen können“, sagte er weiter. „Es ist ein Wettbewerb, dem wir uns stellen müssen.“

Auf die Ausschreibung im Sommer zur Belieferung mit Hausstrom waren bei der GWG elf Angebote eingegangen. Die SÜW als Wettbewerbsgewinner liefert ab Januar und bis Ende 2020 wie in den vergangenen drei Jahren Strom für die Heizungs-, Lüftungs- sowie Aufzugsanlagen und Hauslicht.

Die GWG ist mit 1350 Wohneinheiten in Lübben und Umgebung der zweigrößte Wohnungsanbieter. Neben Wohnkonzepten für unterschiedliche Zielgruppen bietet sie den Mitgliedern soziale Dienstleistungen, unterhält zwei Treffpunkte sowie zwei Gästewohnungen.

Die Stadt- und Überlandwerke liefern für 8000 Bürger in Lübben und Umland Erdgas, Strom, Wasser und Wärme. Sie betreiben nach eigenen Angaben zehn  Gasregelstationen, ein Heizhaus, ein Wasserwerk sowie ein 330 Kilometer Gas- und 187 Kilometer Trinkwasserleitungen. 2016 wurden laut SÜW 9,4 Millionen Euro Umsatzerlöse erzielt.

Unterdessen stehen die Vorstellungsgespräche für die Stelle des Geschäftsführers der Stadt- und Überlandwerke an. Sie sollen am 8. November erfolgen, teilte Bürgermeister Lars Kolan (SPD) mit. Die SÜW ist eine Tochtergesellschaft der Stadt Lübben. Im Aufsichtsrat wird Grit Britze sitzen, in der Stadtverwaltung zuständig für Rechtsangelegenheiten und Personal. Lars Kolan wechselt in den Aufsichtsrat der Lübbener Wohnungsbaugesellschaft. Auch dort wird ein neuer Geschäftsführer gesucht. Es gibt sieben Bewerber. Die Gespräche sind für den 16. November geplant.