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Rätsel um Maler Walter Moras offenbar gelöst

LÜBBEN.. „Walter Moras 1856 - 1925“ steht auf der Einladung zur Eröffnung der Sonderausstellung, die das Lübbener Stadt- und Regionalmuseum dem Spreewaldmaler widmet. Also muss die Verwirrung, ob es einen oder zwei Maler seines Namens gab, entworren sein.

„Wir haben wahrscheinlich das Rätsel um ,die' Walter Moras geklärt“ , bestätigt Christina Orphal. Die Museumsdirektorin und ihren Mitstreitern war bei den Recherchen für die geplante Schau aufgefallen, dass es unterschiedliche Informationen über die Lebensdaten von Walter Moras gibt. Das habe die Vermutung nahe gelegt, dass es zwei Spreewaldmaler dieses Namens gegeben haben könnte (die RUNDSCHAU berichtete).
Des Rätsels Lösung ist laut Christina Orphal: „Den einen gab es gar nicht.“ Damit wäre auch erklärt, warum sich die Signatur von Walter Moras, dem die Lebensdaten 1876 bis 1910 in unterschiedlichen Veröffentlichungen zugeschrieben werden, und von Walter Moras (1856 bis 1925) nicht unterscheiden.
Auf die Lösung sei sie während eines Gesprächs mit einer Kollegin des Berliner Stadtmuseums gekommen, erzählt Christina Orphal. Von diesem sei sie informiert worden, dass es über Bilder „von Walter Moras (1876 bis 1910) verfüge, und das eines davon 1888 entstanden sein soll. Ich habe daher gefragt, ob ihnen noch nicht aufgefallen sei, dass der Künstler in dem Jahr noch sehr, sehr jung war“ , berichtet Christina Orphal.
Sie sei auf die Idee gekommen, sich noch einmal genau den Eintrag des Thieme- Becker-Künstlerlexikons, das als Standardwerk in der Fachwelt gelte, anzusehen. Dabei sei ihr aufgefallen, dass neben den Daten 1876 und 1910 nicht die Geburts- und Todeszeichen stehen, dafür aber der Vermerk „Berlin“ . „Wir gehen jetzt davon aus, dass der Maler Walter Moras von 1856 bis 1925 gelebt hat und zwischen 1876 und 1910 in Berlin wohnte“ , sagt Christina Orphal. Hundertprozentig sicher sei das allerdings nicht, und eine Anfrage beim Berliner Einwohnermeldeamt könne nicht helfen, weil Walter Moras definitiv nicht in Berlin geboren und gestorben sei.
Die Ausstellung über Walter Moras, der viele seiner Motive im Spreewald fand, wird am Donnerstag, dem 5. April, um 17 Uhr eröffnet. Hans-Joachim Scheitzbach wird auf seinem Cello romantische Improvisationen spielen. Die Ausstellung ist bis zum 17. Juni im Lübbener Stadt- und Regionalmuseum zu sehen. (dh)